Was kann Datenjournalismus, @marcelpauly?

Wie lernt man etwas, das sich so schnell verändert, wie Journalismus im Netz? Indem man es ausprobiert. Und indem man mit Leuten spricht, die an der Veränderung mitarbeiten. Beides macht der jüngste Jahrgang der Kölner Journalistenschule in der Seminarreihe Digitaler Journalismus. Zu jeder Sitzung führen Journalistenschüler*innen ein Interview und präsentieren die Ergebnisse im Rahmen eines Vortrags – und hier im Blog. Für den fünften Teil der zweiten Staffel haben Frida Preuß ,Jaris Lanzendörfer und Felix Seitzer mit Marcel Pauly gesprochen.

Sie sind überall, werden sekündlich mehr und verschiedene Medien, darunter die Deutsche Welle oder die FAZ, bezeichnen sie als das neue Öl: Daten. Online werden Datensätze immer häufiger journalistisch verarbeitet, zum Beispiel in Form von interaktiven Grafiken.

Doch wie genau sieht die Arbeit eines/einer DatenjournalistIn aus? Darüber haben wir mit Marcel Pauly gesprochen. Er kam 2017 zum Spiegel-Online Datenteam und ist seit 2018 dessen Ressortleiter. Im Interview erzählt er von seinem Arbeitsalltag und den Voraussetzungen, die man als DatenjournalistIn mitbringen muss.

Während im Sportressort das Wissen über den sportlichen Zeitgeist von Vorteil ist und im Politikressort ein guter Artikel ohne politisches Verständnis unmöglich verfasst werden kann, sind im Datenressort technische Skills wichtiger. Aber was genau müssen DatenjournalistInnen eigentlich können?


Standardabläufe, Tag für Tag ähnliche Aufgeben übernehmen, wie im Lokalressort, können Spaß machen oder auf Dauer langweilen. Wie Pauly erwähnt hat, müssen gute Datenjournalisten eine Programmiersprache beherrschen. Wie schaut dann sein Arbeitsalltag aus, wenn er verschiedene Dinge beherrschen muss?

Für Datenjournalisten steht die Methodik im Vordergrund. Die Inhalte liefern andere Ressorts, die fachlich tiefer im Thema sind. Der Austausch unter den Kollegen sei daher sehr eng, sagt Pauly. Aber wie genau läuft die Zusammenarbeit ab?

Von Reisen ans andere Ende der Welt für eine Reportage bis hin zur Telefonanfrage am Redaktionstisch für den Lokalteil. Recherche hat immer verschiedene Formen: Mal einfach, mal intensiv. Wie laufen Recherchen im Datenteam ab?

Was war bisher deine aufwendigste Recherche?

Die Schufa ist ein Privatunternehmen und legt die Methoden zu Bewertung der Kreditwürdigkeit einer Person nicht offen. Pauly und sein Team baten mehr als 2000 Personen, kostenlos ihre Schufa-Selbstauskunft zu beantragen und zu Recherchezwecken zur Verfügung zu stellen. So wollten sie den den Schufa-Algorithmus knacken.

Müssen JournalistInnen in Zukunft programmieren können?

Pauly empfiehlt außerdem einige Einsteiger-Tools:

Excel – Ein Tabellenkalkulationsprogramm von Microsoft

Tabula – Tabellen aus PDF’s entnehmen

Datawrapper – Daten in Diagramme umwandeln