Bleiwüsten

Mit welchen Tools kann man modernen digitalen Journalismus selber machen, @bleiwuesten?

Wie lernt man etwas, das sich so schnell verändert, wie Journalismus im Netz? Indem man es ausprobiert. Und indem man mit Leuten spricht, die an der Veränderung mitarbeiten. Beides macht der jüngste Jahrgang der Kölner Journalistenschule in der Seminarreihe Digitaler Journalismus. Zu jeder Sitzung bereiten Journalistenschüler einen Vortrag vor, meistens verbunden mit einem Experten-Interview zum Thema. Und sie experimentieren selbst mit den Möglichkeiten, die der digitale Journalismus bereit hält – wenn sie die Ergebnisse ihrer Interviews hier im Blog präsentieren. Im dritten Teil sprechen Timm Seckel und Nathanael Häfner mit Daniela Späth und Michel Penke über kleine und große Tools im digitalen Journalismus.

Interaktive Karten, 360-Grad-Videoausschnitte oder detailliert analysierte Wählerwanderungen – die Bandbreite der journalistischen Darstellungsformen ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. Multimediale Erzählweisen sind in vielen Bereichen inzwischen Standard und werden ständig weiterentwickelt. In großen Redaktionen arbeiten deshalb immer häufiger Entwickler, Designer und Journalisten eng zusammen. Gleichzeitig entsteht ein großes Angebot an digitalen Werkzeugen, mit denen Journalisten auch ohne ein großes Team multimediale Inhalte erstellen können. Ständig kommen neue Anwendungen auf den Markt, auch einige große Online-Medien nutzen frei verfügbare Tools, statt alles selbst zu programmieren.

Sollten junge Journalisten also wissen, welche Tools es gibt und wie sie funktionieren? Wie behält man den Überblick und wo findet man das geeignete Werkzeug für eine bestimmte Idee?

Um einen Überblick zu bekommen, könnte sich ein Blick auf bleiwüsten.de lohnen. Die beiden Köpfe hinter der Seite, Daniela Späth und Michel Penke, stellen auf ihrem Blog in regelmäßigen Abständen journalistische Tools vor, schreiben Testberichte und zeigen auf, ob und wie die Anwendungen ihren Alltag erleichtern. Wir haben Sie zu Nutzen, Risiken und Trends interviewt.

Mehrwert: Müssen Journalisten programmieren können?

Kurz zusammengefasst: Programmierfähigkeiten seien kein Muss, könnten aber sehr hilfreich sein. Besonders als junger Journalist könne es empfehlenswert sein, sich durch technische Skills einen Wissenvorsprung zu sichern.

Praxis: Kann man es mit Tools auch übertreiben?

Kurz zusammengefasst: Ja, aber. Zwar könne es passieren, dass Tools und Anwendungen im Übermaß genutzt werden, doch um die richtige Balance zu finden, sei es nötig, sich auszuprobieren. Nur so stelle man für sich selbst fest, wie sich die richtige Dosis multimedialer Erzählformen zusammensetzt. Besonders nach der Webreportage Snow Fall der New York Times seien auch in Deutschland viele „Leuchtturmprojekte“ entstanden, die die Nutzer zum damaligen Zeitpunkt überfordert hätten. Doch nur durch diesen Lernprozess könne man zu einer sinnvollen Tool-Nutzung gelangen.

Zukunft: Welche Tools erwarten uns?

Kurz zusammengefasst: In den Bereichen Virtual Reality, Augmented Reality und Künstlicher Intelligenz seien in den nächsten Jahren Zuwächse zu erwarten. Aufgrund der großen Investitionen, die Technologie-Konzerne in diesen Bereichen getätigt hätten, könne man mit sinkenden Einstiegshürden rechnen. Zudem werde der Datenjournalismus in Deutschland weiterhin wachsen.