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„Journalismus ist Beziehungsarbeit“: @Spiegelin im Interview

Immer wieder kommen namhafte Journalisten, Wissenschaftler, Manager oder Politiker in die Kölner Journalistenschule und sprechen mit den Schülern über aktuelle Themen. Chefredakteure berichten von neuen Entwicklungen in der Medienszene, Korrespondenten beschreiben ihre Arbeit in Krisengebieten und investigative Journalisten geben Einblicke in ihre Recherchen. Topmanager berichten, was die Wirtschaft bewegt, Politiker nehmen Stellung zu spannenden Themen der Gegenwart. Der Titel der Vortragsreihe ist „Unter Drei“ – was im Journalisten-Jargon so viel bedeutet wie „das Gesagte bleibt unter uns“. Mit manchen Gästen führen Journalistenschüler im Anschluss an das Gespräch noch ein Interview. Die Videos veröffentlichen wir hier.

Isabell Hülsen ist Redakteurin beim Wirtschaftsressort des Spiegels. Im Februar 2018 ist dort ihr Artikel „Die Wut der klugen Köpfe“ erschienen. Darin schreibt sie, dass sich das Misstrauen gegenüber Medien „vorgefressen“ hat: „vom Rand in die Mitte der Gesellschaft, dorthin, wo sich Zeitungen und Magazine sicher wähnten – zu den Gebildeten, politisch Interessierten“. Diese Menschen benutzen vielleicht nicht das Wort „Lügenpresse“, aber sie zweifeln immer stärker an der Neutralität der Journalisten, schreibt Hülsen in dem Artikel. Der Ton der Medien sei zu erzieherisch und lasse keine andere Meinung mehr zu. Dazu komme, dass alle Medien mehr oder weniger die gleiche Linie hätten. Also kündigen die Leser ihre Abos, schreiben wütende Leserbriefe oder machen ihrem Ärger auf Facebook Luft. Im Interview mit Nina Bärschneider und Martin Lechtape sagt Hülsen, wie es so weit kommen konnte und was Journalisten jetzt tun müssen.