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Mit der GoPro durch die Röhre – Wie @tuberides Wasserrutschen testet

YouTube kills the TV-Star? Vielleicht. Definitiv ist die Webvideoplattform mittlerweile eine eigene Welt. Das Netzwerk hat neue Formate hervorgebracht und neue Stars: Sie sind Moderatoren, Talkshow-Hosts, Unterhalter, Journalisten. Und sie begeistern Millionen – vor allem junge Menschen, aber auch Erwachsene. In dieser Serie portraitiert der Jahrgang 2016 der Kölner Journalistenschule YouTube-Stars und ihre Arbeit. Dazu schauen sich die Journalistenschüler das Publikum der Kanäle an, die Aktivität der Stars in sozialen Netzwerken und natürlich vor allem: ihre Videos. In Teil neun der Serie erklärt Jerome Busch wie Youtuber AlexiBexi es zu mehr als einer Million Abonnenten gebracht hat.

Three, Two, One, Zero… Unter den Füßen von Julian Tschech öffnet sich in 17 Metern Höhe die Falltür und er schießt durch den Doppellooping. In der grell pinkfarbenen Röhre spritzt das Wasser wie Gischt von allen Seiten und nach wenigen Sekunden landet Julian bereits im Auslaufbecken. Das Beste daran: Der Youtube-User rutscht live mit und erlebt mit ihm diesen Adrenalinkick.

Das ist der Alltag der Rutschentester von Tuberides.de. Tuberides, das sind die Brüder Luca (18) und Julian (24) Tschech aus Velbert. Auf ihrem Youtube-Kanal haben der Schüler und der Wirtschaftsstudent bereits über 1300 Rutschenvideos hochgeladen und nennen sich ganz bescheiden „World’s No. 1 water slide channel“. Über 100.000 Abonnenten und mehr als 160 Millionen Videoklicks geben ihnen recht.

Ihr erfolgreichster Hit: Das Video zur weltweit ersten Loopingrutsche in der „Terme 3000“ in Bukarest, das User über 16 Millionen Mal anklickten.

Warum betreiben die beiden Velberter so ein außergewöhnliches Hobby? Schuld war ein Flohmarkt-Fund: Mit einer wasserdichten Kamerahülle nahmen sie Anfang 2009 im Freizeitbad „Heveney“ in Witten das erste Video auf. Die ersten Ergebnisse waren jedoch nur sehr mäßig, die Videos waren verwackelt, die Auflösung schlecht.

Die Youtube-Community war trotzdem begeistert und forderte mehr Videos. Julian und Luca ware nun Feuer und Flamme für ihr neues Hobby: Fortan wurden Videos und Ausstattung immer professioneller. Mittlerweile heißen die Ziele der zwei Rutschentester nicht mehr Witten oder Dorsten, sondern immer häufiger auch Dubai oder Orlando.

Neben den Videos auf Youtube veröffentlichen die Brüder auf ihrer Internetseite Erfahrungsberichte und bewerten die besuchten Bäder. So sind mittlerweile über 350 Erfahrungsberichte von Schwimmbädern auf der ganzen Welt entstanden.

Genau so international, wie die beiden Velberter unterwegs sind, ist auch ihre Community: Neben deutschen und englischen Beiträgen findet man in den Kommentar-Spalten bei Youtube immer öfter auch andere Sprachen.

Die Kommentarsektion unter einem Video von Tuberides
Die Kommentar-Sektion unter einem Video von Tuberides (Bildquelle: YouTube)

Doch nicht nur auf Youtube sind die beiden Jugendlichen aus Velbert bekannt: Auch der Rest der Medienwelt ist mittlerweile auf die Rutschenfans aufmerksam geworden. Ob BILD oder Spiegel, die Resonanz auf das ungewöhnliche Hobby ist riesig.

Die Brüder produzieren indes immer neue Videos, in Spitzenzeiten besuchen sie mehrere Bäder an einem Tag. Da kommt schnell die Frage auf, wie sich die beiden ihr teures Hobby finanzieren.

Ihre Reisen und die Kosten der Website sind größtenteils durch Youtube-Werbeeinnahmen und Sponsoren gedeckt, wobei sie sogar noch etwas Geld zur Seite legen können. Dazu kommt, dass die Brüder wegen ihrer Bekanntheit in vielen Schwimmbädern freien Eintritt erhalten. Bemerkenswert: Die Velberter sind in keinem Netzwerk organisiert, das ist in der Youtuberwelt mittlerweile eine echte Seltenheit.

Die Rutschenprofis können zwar noch nicht von ihrem Hobby leben, aber eins ist sicher: Die Rutschen werden ihnen nicht so schnell ausgehen. Bestes Beispiel dafür ist die neueste Kuriosität im Schwimmpark „AquaMagis“ im Sauerland: Eine Rutsche, in der man weder sitzt noch liegt.

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