Felix Bahlinger in seinem Review zum iPhone 7.

Technik-Freak mit Stil: @Felixba ist anders als die Anderen. Das macht ihn zum Pionier

YouTube kills the TV-Star? Vielleicht. Definitiv ist die Webvideoplattform mittlerweile eine eigene Welt. Das Netzwerk hat neue Formate hervorgebracht und neue Stars: Sie sind Moderatoren, Talkshow-Hosts, Unterhalter, Journalisten. Und sie begeistern Millionen – vor allem junge Menschen, aber auch Erwachsene. In dieser Serie portraitiert der Jahrgang 2016 der Kölner Journalistenschule YouTube-Stars und ihre Arbeit. Dazu schauen sich die Journalistenschüler das Publikum der Kanäle an, die Aktivität der Stars in sozialen Netzwerken und natürlich vor allem: ihre Videos. Im vierten Teil der Serie beschreibt Johannes Zimmermann die Entwicklung von Felix Bahlingers Technik-Kanal.

Technik-Fans lieben ihn: Den unverwechselbaren Geruch von nagelneuer Technik. Beim Auspacken des neuen Smartphones strömt der Duft aus der Verpackung und betört sofort unsere Sinne.

Der magische Moment beim Öffnen.

Für Felix Bahlinger alias Felixba – Tech-Freak von oben bis unten – ist das Alltag. Für seine Testberichte öffnet er regelmäßig die Originalverpackungen diverser neuer Smartphones, ganz egal ob aus dem Hause Apple, Samsung oder Huawei. Neben Handys testet Felixba auch Tablets, Smartwatches, diverse Gadgets und Zubehör. Kein Top-Gerät, das nicht durch seine Hände geht. Die Bandbreite ist riesig, die Fangemeinde auch: Zwar können seine Zuschauer die neuen Geräte per YouTube noch nicht riechen, trotzdem generiert Felixba Millionen von Klicks mit Tech-Reviews. Sein Kanal zählt inzwischen mehr als 350.000 Follower – vor zwei Jahren waren es noch 50.000.

Begonnen hat er vor sieben Jahren. Die Videos von damals sind reine Amateur-Aufnahmen und kaum noch mit dem zu vergleichen, was Bahlinger heute produziert. Schaut man sich sein Equipment an, erkennt man schnell: Der macht keine halben Sachen. Ein, zwei Fotos vom neuen Smartphone genügen Bahlinger schon lange nicht mehr. Sein Wohnzimmer gleicht einem professionellen Filmstudio. Und was er darin produziert, ist sein Alleinstellungsmerkmal: Eindrucksvolle, dynamische Bilder, wie sie in kaum einem anderen Tech-Review zu finden sind. Wer seine Videos kennt, der weiß diese künstlerischen Fähigkeiten zu schätzen. Denn das ist, was vielen nerdigen Tech-Channels fehlt: Stil.

Behind the Scenes Ein von felixba (@felixba) gepostetes Foto am

Dass Bahlinger überdurchschnittlich gut mit der Kamera umgehen kann, liegt vielleicht auch daran, dass er hin und wieder Kamera-Reviews macht. Oder umgekehrt. In Sachen Inszenierung und Detailaufnahmen ist Felixba jedenfalls ein Pionier. Den eigentlichen Review, der bei der Konkurrenz nicht selten ein 20-minütiger Vortrag bleibt, spickt er mit kinoreifen Sequenzen, wie dieses Video zeigt:

Kaufen muss Felix Bahlinger die Geräte meistens nicht. Der 22-Jährige hat eine so große Reichweite, dass die Hersteller ihm die Geräte oft ausleihen. Alternativ stellen ihm auch Händler neue Produkte zur Verfügung. Nur in seltenen Fällen muss er selbst in die Tasche greifen. Er arbeitet viel mit dem sogenannten product placement, für manche Videos wird er direkt von den Herstellern bezahlt – aber, zumindest verspricht er das hoch und heilig: Seine Meinung zu den Produkten ist nicht käuflich.

Bahlinger ist einer von wenigen YouTubern, die überhaupt über ihr Business reden. Er ist hauptberuflich YouTuber und erklärt seinen Zuschauern in diesem Video, woher seine Einnahmen kommen: Werbung, Product Placement, Affiliate Links. Wie viel Geld dabei für ihn herausspringt, bleibt dennoch sein Geheimnis. Nur so viel: „Ich kann von meinem Kanal leben“, sagt er. „Ihr seht ja die Wohnung, schäbig sieht es nicht gerade aus.“

Steinreich sei er aber dennoch nicht, sagt Bahlinger. Und er muss seine Einnahmen wohl auch Teilen, denn er ist beim Berliner Netzwerk Divimove unter Vertrag. Die meisten großen YouTuber sind Teil eines Netzwerks – meist müssen sie einen vertraglich festgelegten Prozentsatz ihrer Einnahmen an die Unternehmen abgeben und bekommen dafür Unterstützung bei Produktion, Administration, Akquise von Werbekunden oder auch Event-Management. Dass er Mitglied bei Divimove ist und nicht bei einem anderen der (nicht unumstrittenen) Netzwerke, begründete er vor mehr als zwei Jahren so:

Ein Jahr später klingt das schon anders – obwohl er diese Äußerung nicht näher erläutert:

Mitglied bei Divimove ist der gebürtige Böblinger immer noch. Und man darf davon ausgehen, dass auch seine Einnahmen in den vergangenen Jahren gemeinsam mit seinen Follower-Zahlen immer weiter gestiegen sind.

In seinem Video erklärt er, dass neben den klassischen Werbeeinblendungen vor allem sogenannte Affiliate Links lukrativ für ihn sind. Sie führen den Zuschauer direkt auf die entsprechende Produktseite von Amazon. Klickt ein Nutzer auf diesen Link und kauft das Produkt, zahlt Amazon dem YouTuber eine Provision in Höhe von bis zu 10 Euro.

Für die meisten seiner Zuschauer sind Felixbas Einnahmen legitim, sie schätzen seine Transparenz. Und vor allem freuen sie sich über jedes neue Video. Unter seinen Reviews kommentieren hunderte, manchmal tausende Nutzer. Sie diskutieren Details des jeweiligen Produkts, fechten den uralten Streit Apple gegen Android aus, fragen nach Technik-Tipps und fachsimpeln über die Gadget-Szene. Oder sie feiern Felix einfach für seine schicken, stilvollen Aufnahmen.

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