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Englische Songs endlich verständlich: Wie @alextv mit AlexiBexi zum Phänomen wurde

YouTube kills the TV-Star? Vielleicht. Definitiv ist die Webvideoplattform mittlerweile eine eigene Welt. Das Netzwerk hat neue Formate hervorgebracht und neue Stars: Sie sind Moderatoren, Talkshow-Hosts, Unterhalter, Journalisten. Und sie begeistern Millionen – vor allem junge Menschen, aber auch Erwachsene. In dieser Serie portraitiert der Jahrgang 2016 der Kölner Journalistenschule YouTube-Stars und ihre Arbeit. Dazu schauen sich die Journalistenschüler das Publikum der Kanäle an, die Aktivität der Stars in sozialen Netzwerken und natürlich vor allem: ihre Videos. Im siebten Teil der Serie erklärt Daniel Rottländer wie Youtuber AlexiBexi es zu mehr als einer Million Abonnenten gebracht hat.

Wer kennt es nicht? Man sitzt mit den Eltern oder Großeltern im Auto, ein aktueller Popsong englischer Sprache läuft im Radio, man singt lautstark mit und plötzlich kommen die üblichen Fragen auf: „Was singt der da eigentlich? Um welches Thema handelt es sich? Was bedeutet dieses Wort?“ Nicht nur der Genuss des Songs wird dadurch gestört, das ewige Erklären kostet auch noch ordentlich Zeit und vor Allem Nerven.

Das Problem hat auch der YouTuber „AlexiBexi“ erkannt, der mit bürgerlichem Namen Alexander Böhm heißt. Seit 2010 veröffentlicht er in regelmäßigem Abstand Videos, in denen er bekannte Songs übersetzt und in deutscher Sprache einsingt. Von Timberland über Justin Bieber bis hin zu Adele und Justim Timberlake hat sich er schon so ziemlich alles vorgenommen. Mit Erfolg: Sein YouTube-Account hat schon über eine Million Abonnenten und auch das Feedback unter seinen Videos zollt dem Mann aus Neu Wulmstorf in Niedersachen Respekt.

„Die Kommentare gingen von ‚Wow!‘ bis ‚Mist!'“

Böhm hat sich schon als Kind für Videoschnitt interessiert und ist seit 2008 als YouTuber aktiv. Nach dem Abitur im Jahre 2009 begann er 2011 ein Studium an der Medienakademie Hamburg, das er 2013 mit dem Bachelor in Regie für Film und Fernsehen abgeschlossen hat, wie man seiner Homepage entnehmen kann. Am Anfang seiner YouTube-Karriere versuchte es sich noch an „normalen“ Inhalte wie Rollenspielen, politischen Kommentaren oder Reviews. Doch seinen Durchbruch hatte er im Jahre 2010 als er das erste mal einen populären englischsprachigen Song nahm und ihn in deutscher Sprache neu arrangierte. „Die Kommentare gingen von ‚Wow!‘ bis ‚Mist‘,“ fasste Böhm die Reaktionen auf seine Übersetzung von Kary Perry und Timberland in einem Interview mit der Kreiszeitung Wochenblatt einmal zusammen.

Die Begeisterung überwiegt allerdings: Sein populärstes Video wurde schon mehr als zehn Millionen Mal abgerufen. Inzwischen hat Böhm schon mehr als 100 Songs übersetzt und aufgenommen, im Schnitt schauen mindestens 500.000 Leute rein. Diese Popularität nutzt Böhm, um auch wieder andere Inhalte zu publizieren, vor allem politische und erklärende Inhalte sind mittlerweile ein wichtiger Teil von Böhms WebTV Präsenz. Populär ist auch sein Format „Erklärbär“, in dem Böhm in unregelmäßigem Abstand sowohl politische Geschehnisse als auch abstrakte Kochrezepte oder Experimente erklärt.

Auch unternehemrisch hat Böhm als AlexiBexi Erfolg. Anfangs wurde er noch vom Mediennetzwerk Mediakraft MCN vertreten. Doch im Sommer vergangenen Jahres machte er sich selbstständig. Außerdem ist er seit einigen Jahren auch als Synchronsprecher tätig oder erscheint auf anderen YouTube Kanälen um aufstrebende YouTuber zu supporten.

„Ich bin ein sehr schadenfroher Mensch“

Wie aber tickt Böhm wirklich? In dem Wochenblatt-Interview gab Böhm an, dass er nicht nur Songs vom Englischen ins Deutsche übersetze, auch sein Humor sei eine pure Übersetzung des berühmt-berüchtigten „British sense of humour“. „Ich muss gestehen, dass ich ein sehr schadenfroher Mensch bin“, sagte Böhm der Zeitung.

Mittlerweile verdient Böhm seinen gesamten Lebensunterhalt mit YouTube, Synchronsprechen und dem Produzieren verschiedenster Videos. Er führt eine Firma in Hamburg taucht regelmäßig im Fernsehen auf, um seinen englischen Humor in die Welt zu tragen. Ein exzellentes Beispiel dafür, dass man sich seine Träume erfüllen und die Inspiration dafür durchaus im Auto mit Oma und Opa entstehen kann.

Bild: Screenshot aus „1 Million? Verdammt!“

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