Warum der Biologe @ReskiLab nichts mit toten Tieren zu tun haben möchte

Wer ist das wirklich? Bei Twitter entsteht ein virtuelles Netzwerk aus Menschen, die sich originell und interessant finden, aber persönlich noch nie getroffen haben. Der Jahrgang 2014 der Kölner Journalistenschule hilft nach und stellt die Twitterer einander vor. Ein Twitterer wird portraitiert und nominiert dann den nächsten. In Teil 8 porträtiert Sebastian Moritz ReskiLab vor, dem Quantenwelt einen Auftritt in der Twittererkette beschert hat.

Dieser Text ist heikel. Wenn Ralf Reski bei Twitter etwas liest, das ihm nicht gefällt, zieht er Konsequenzen. Ein Mal kündigte er deshalb seinen Job. Das war eine Ausnahme, doch Eines ist klar: Der Mann, der sich hinter dem Twitterprofil @ReskiLab verbirgt, ist kritisch. Wenn ihm etwas nicht passt, sagt er das – oder tippt es in seine Tasten.

Beinahe wäre Ralf Reski Journalist geworden, doch mit toten Tieren wollte er nichts zu tun haben, also studierte er Biologie. Reski ist Professor für Pflanzenbiotechnologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Viel spannender und nachhaltiger als das, was die Journalisten machen, die heute immer wieder über ihn schreiben – meint Reski. Wenn er in den Medien auftaucht, hat das oft wissenschaftliche Gründe, manchmal fast schon politische und teilweise wissenschaftspolitische. Fast immer hat es jedoch mit Twitter zu tun. Sein beliebtester Tweet hatte nur indirekt mit Biologie zu tun:

Seine kreative Antwort auf die islamfeindliche Pegida-Strömung sorgte bei Twitter für Aufsehen.

Doch es ist nicht alles Spaß, was @ReskiLab auf Twitter treibt. Reski war einer der Redakteure der Fachzeitschrift BioMed Research International. Per Twitter erfuhr er, dass die Zeitschrift eine Studie des umstrittenen französischen Forschers Gilles-Éric Séralini („Genmais verursacht Krebs“) veröffentlicht hatte. Reski geht davon aus, dass Séralini wissenschaftlich nicht haltbare Versuche nutzt, um politische Stimmung gegen die Gentechnik zu machen.

Reski kündigte daraufhin seine Mitarbeit bei der Zeitschrift.

Durch den Tweet wurden auch Journalisten auf die Geschichte aufmerksam. Auch wegen dieser Erfahrung schaut Reski jetzt in seinem Büro immer wieder auf den zweiten Bildschirm mit der Twitter-Timline. Wenn andere Forscher irgendwo auf der Welt etwas herausgefunden haben, liest Reski das oft zuerst auf Twitter. Außerdem hält er im 140 Zeichen-Rhythmus Kontakt zu seinen ausländischen Kollegen – und zu seinen Studenten:

Gut 1400 Follower lesen das, was @ReskiLab twittert und es werden immer mehr.

Statistik zur Twitteraktivität. | Quelle: twittercounter.com

Quelle: twittercounter.com

Vieles tippt er im Büro, manches aber auch zuhause auf dem Sofa. Zum Beispiel, wenn er sonntagabends den Tatort kommentiert.

Bleibt zu hoffen, dass Ralf Reski mit diesem Text einverstanden ist. Wenn nicht, werden seine Follower das sicherlich lesen.

Auf Empfehlung von @ReskiLab stellen wir als nächste Twitter-Persönlichkeit @Fischblog vor.

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