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Stefans #raabschied: Mit viel Aufmerksamkeit, dafür aber ohne Mettbrötchen in den Ruhestand

Animierte Gifs erleben einen zweiten (dritten?) Frühling. Wir erzählen mit Hilfe der animierten Grafiken aktuelle Debatten nach. In Teil 10 blickt Maximilian Grün auf die Karriere von Stefan Raab zurück.

2015 scheint ein Jahr der legendären Rücktritte zu werden. Erst Blatter, dann Jauch, Gysi und jetzt auch noch der Raab. Der #raabschied löste am 17. Juni eine wahre Welle der Entrüstung in der Medienwelt aus. Auf Twitter wird bereits gemunkelt, dass es sich um eine Art Rollentausch handeln könnte:

 

Warum auch eigentlich nicht? Viel langweiliger kann das deutsche Fernsehen jetzt sowieso nicht mehr werden. Die meisten Zuschauer von TV Total unc Co. wissen nach der Horrormeldung gar nichts mehr mit ihrem Fernseher anzufangen. Pure Wut gegen die Flimmerkiste macht sich breit …

Wenn sich die Verzweiflung in der blanken Wut entlädt...
Quelle: GIFSoup

Vielleicht hätte man in den Redaktionen von BILD-Zeitung und Co. gerne ähnlich auf Raabs Abschiedsmitteilung reagiert. Denn die kam um genau 22.11 Uhr: „Eine Ära geht zu Ende. Stefan Raab beendet seine TV-Karriere“ zu lesen. Merkwürdige Arbeitszeiten haben die Kollegen von Pro7 da. Laut einem Stern-Artikel soll der Zeitpunkt jedoch mit einem netten Hintergedanken gewählt worden sein. Die von Raab geliebte Boulevardpresse hatte zu dieser fortgeschrittenen Stunde nämlich schon die Schotten dicht – zu spät also, um den Rücktritt mit in die nächste Ausgabe zu bringen.

Die Beziehung zwischen der Presse und Raab ist ohnehin ein wenig „speziell“. Jeder, der exklusive Informationen aus seinem Privatleben erhaschen möchte, ist für den Kölner Staats… äähm.. Raabfeind Nr. 1. Und wenn der Entertainer möchte, kann er auch ganz schön zurückschlagen:


Quelle: GIFSoup

Ein Beispiel: Im Oktober 2010 veröffentlichte der FOCUS einen Artikel mit der Überschrift „Will der nur spielen?“. Darin finden sich viele vermeintliche Details über das Privatleben des 48-Jährigen, die vorher noch nirgendwo aufgetaucht waren: Angeblich ein privater Hubschrauber, eine Harley Davidson, ein Foto seines alten Klassenzimmers. Was für ein grandioser Einblick in die Historie von Stefan Raab. Nur blöd, dass kurze Zeit später eine Gegendarstellung von Raab im Briefkasten des FOCUS landete. Mit 20 Fakten aus dem Artikel war er anscheinend nicht ganz einverstanden. Penibel stellt er sie richtig und zeigt somit dem FOCUS, dass man lieber die Finger von seinem privaten Dasein lässt. Punkt 20:

In der Bildunterzeile des Fotos auf S.166, das ein Mettbrötchen zeigt, heißt es: „Sein Brötchen – in der Kölschkneipe“.

Hierzu stelle ich fest, dass es sich nicht um mein Mettbrötchen handelt.

Eben. Das von Raab sieht doch ganz anders aus…


Quelle: GIFSoup

Doch viel wichtiger als der Rücktritt und Raabs Mettbrötchen-Problem ist nun die Frage, wie Pro7 mit der aufkommenden Lücke umgehen wird. Formate wie TV-Total, Turmspringen,  die Stock Car Crash Challenge, die Wok-WM etc. fallen weg. Raabs letzter Auftritt wird am 19. Dezember sein – aber was dann? Noch mehr Joko und Klaas? „Ohje“, werden da viele denken. Dann doch lieber zurück zum alt bewährten Sendeschluss …

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Vermutlich die radikalste Lösung… Quelle: Wikipedia

Wie es auch ausgehen mag: Fest steht, dass mit Stefan Raab einer der größten Entertainer des deutschen Fernsehens die Showbühne verlässt. Kaum jemand hat die Zuschauer so sehr polarisiert. Rente mit 48 – da wird selbst der ein oder andere Grieche neidisch, oder Herr Bosbach?

Noch mehr zum #Raabschied gibt’s in Teil 11: Lennart Elßner schreibt über mögliche Nachfolger für den Entertainer. 

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