Mit Witz und Spieltrieb: Wie @quantenwelt nach neuen Lösungen für alte Probleme sucht

Wer ist das wirklich? Bei Twitter entsteht ein virtuelles Netzwerk aus Menschen, die sich originell und interessant finden, aber persönlich noch nie getroffen haben. Der Jahrgang 2014 der Kölner Journalistenschule hilft nach und stellt die Twitterer einander vor. Ein Twitterer wird portraitiert und nominiert dann den nächsten. In Teil 8 porträtiert Georg Berger Quantenwelt vor, den Elquee in die Twittererkette berufen hat.

Physik ohne Mathematik erklären? Das klingt skurril. Aber genau das versucht @quantenwelt auf seiner Internet-Seite. Ganz gleich ob Kernkraft oder optische Spektroskopie: Quantenwelt findet die passenden Worte und schenkt sich komplizierte Formeln. Dabei ging es ihm anfangs gar nicht so sehr um den Inhalt. Er wollte laut eigener Aussage einfach nur HTML lernen und eine eigene Domain einrichten. Sein Ziel ist es, ständig etwas Neues auszuprobieren. Deswegen hat er eine ganze Reihe von Webseiten ins Leben gerufen, wie er in seinem privaten „Zweitblog“ mit dem Titel Quantenmeinung erklärt. Auch wenn er dafür mitunter zwischendurch Triviales tun muss:

Ob sein erstes eigenes Video auf Youtube, die eigene Homepage oder sein Blog: Die Lust nach kreativen, neuen Ideen scheint so etwas wie das Leitmotiv von @quantenwelt zu sein. Wahrscheinlich hängt der Mut sich dem Unbekannten zu stellen eng mit seinem Beruf als Wissenschaftler zusammen.

Dr. Joachim Schulz heißt der Mann, der sich hinter dem Twitter-Pseudonym @quantenwelt verbirgt. Er ist promovierter Physiker und arbeitet in der Forschungsanlage European XFEL. Privat nutzt er Twitter als Plattform zum Rumalbern, für politische Statements, aber auch wenn er Fragen hat, die er gerne mal klären möchte.

Bei einigen Tweets kann man den Eindruck gewinnen, dass ernst Gemeintes mit Witz verschwimmt:

Auf die Frage, wen oder was er mit Twitter erreichen möchte, bekommt man eine Antwort, die irgendwie typisch für ihn und seine Tweets ist: „Gar nichts und mehrere gleichzeitig,“ sagt er halb ironisch, halb ernst. @quantenwelt betont den großen Wert, den die Gemeinschaft bei Twitter für ihn hat. Seinen schönsten Twitter-Moment verdankt er genau ihr. „Ich erhielt einen niederschmetternden Brief und postete ihn“, erzählt er, „und bekam viel Zuspruch, mit dem ich wirklich nicht gerechnet hatte.“

Grenzen sind für ihn berufliche Interna und sehr Privates. Seine Frau erwähnt @quantenwelt beispielsweise fast nie, was aber nicht heißt, dass er nicht auch über sein Privatleben twittert. Aber eben alles mit Maß und Ziel – und nur so weit er möchte:

Ein wichtiges Anliegen ist ihm die bemannte Raumfahrt. Nicht wegen der wissenschaftlichen Erkenntnisse, sondern wegen des Abenteuers. Seiner Ansicht nach sollten die Menschen nach über 40 Jahren wieder auf dem Mond landen. „Das ist etwas, das wir uns bei unserer Produktivität leisten sollten,“ sagt er.

@quantenwelts persönliche Mondlandung wäre durchaus irdischer. Auf die Frage, welches Talent er sich wünschen würde, antwortet er: Klavier spielen zu können. „Wenn ich an meine Blockflötenkarriere in der Grundschule denke oder meine Gesangsessions, dann graut es mir ein wenig. Aber irgendwann werde ich das Klavier Spielen noch lernen.“

Es würde ins Bild passen, sollte Quantenwelts Versuch musikalisch zu werden ungeahnte Ergebnisse auswerfen – Gesang statt Klavier zum Beispiel. Spieltrieb und Witz lassen sich eben kaum berechnen. Ebenso wenig wie der nächste Tweet von @quantenwelt.

Auf Empfehlung von @quantenwelt stellen wir als nächste Twitter-Persönlichkeit @ReskiLab vor.

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