koko

Ein Geheimnis für sich: Die sympathische @KokoSchanelle twittert sich alles von der Seele

Wer ist das wirklich? Bei Twitter entsteht ein virtuelles Netzwerk aus Menschen, die sich originell und interessant finden, aber persönlich noch nie getroffen haben. Der Jahrgang 2014 der Kölner Journalistenschule hilft nach und stellt die Twitterer einander vor. Ein Twitterer wird portraitiert und nominiert dann den nächsten. Im Teil 15, dem letzten der Serie, stellt Nina Bärschneider @KokoSchanelle vor.

Morgen Tweeties: So startet Koko Schanelle alias n3rdprincess alias principessa alias wicked bitch in den Tag. Allein über ihre wechselnden Twitter-Namen könnte man einen Roman schreiben. Die Hexe aus „Der Zauberer von OZ“ inspirierte sie zur wicked bitch und die kleine Nerd-Prinzessin, na die ist sie halt einfach manchmal. Ihr wirklicher Name, Beatrice, entspringt Shakespeares „Lärm um Nichts“.

Koko Schanelle ist anonym auf Twitter unterwegs, trotzdem weiß man wenigstens eins: Sie trägt gern „nen Knoten im Haar„. Vielleicht wäre sie sogar Primaballerina geworden, aber schon als Kind zeigte sich ihre principessa-Seite, die lieber quatschte als stillstand und zum Abschied ihrer Ballett-Karriere einen historischen Diva-Abgang hinlegte: „Mama! Komm, wir gehen, DAS DA brauche ich mir nicht bieten zu lassen…“

Ihren Ärger verbergen, nein, das ist nicht ihr Ding. Twitter ist da die perfekte Gelegenheit, sich kurz alles von der Seele zu reden.

Warum sind eure Schreibtische immer so aufgeräumt??? Was stimmt mit euch nicht?

Grund für ihre Aufreger können mal der Valentinstag und „allgemein alle geheuchelten Feiertage“ sein. Sogar Weihnachten findet in ihren Augen keine Gnade. Und der hochgehypte 50 Shades of Grey geht sowieso gar nicht – ihr Kommentar: „Gibt’s schon nen #Bullshitbingo für den #50ShadesOfGrey?“. Da ist ja Twilight noch besser:

 

 Gibt’s schon nen #Bullshitbingo für den #50ShadesOfGrey ??

Wo es gerade um Filme geht: Da ist @KokoSchanelle immer ganz vorne mit dabei. Wobei, man muss unterscheiden: Eigentlich sind eher Serien ihr Metier. Die Liste ist lang, geht von House of Cards über Gossip Girl bis hin zu American Horror Story. An dieser Stelle sollte vielleicht auch nicht ihr Faible für Literatur unerwähnt bleiben. Bei Harry Potter fing die Liebe an und setzte sich dann bei Jane Austen, Oscar Wilde und George RR Martin fort.

So, aber das Leben besteht ja nicht nur aus Spaß. „Studierte Jura“ schreibt die Koko Schanelle mal über sich. Offensichtlich jedoch „nicht das, was ich will“, befand sie während ihrer Arbeit in einer Kanzlei. Sie kehrte dem „ganzen jurisitischen Kram“ den Rücken und arbeitet jetzt in einem geheimnisvollen Unternehmen, dessen Namen sie nicht nennt. Jedenfalls hat sie da öfter mit Azubis zu tun, deren Anwesenheit sie sehr schätzt – nicht zuletzt, um am Puls der Zeit zu bleiben. Der Begriff „swag“ zum Beispiel war ihr zuvor gänzlich unbekannt. Ihre juristische Vergangenheit holt sie dennoch des Öfteren ein.

Für das Beantworten von Rechtsfragen vor 07:00 per Whatsapp, von Freunden, sollte ich langsam anfangen, Geld zu nehmen… VIEL GELD…

Wie die momentan rund 1500 Follower auf sie gestoßen sind, kann sich @KokoSchanelle nicht erklären. Vielleicht ist es ja der morgendliche Kaffeegruß, oft gepaart mit einer Einstiegsfrage in den Tag, die es zu diskutieren gilt?

Morgen Tweeties, erstmal Kaffee u dann sprechen wir mal über unsere Gage. Ist die es Wert heute den Arsch zu bewegen?      

 [*Lieblingstweet*]

Geht mal ein Follower abhanden, kommentiert sie das meist mit einem lässigen, mehr oder weniger resignierten Spruch.

 

Und doch, die Prinzessin kann trotz der harten Sprüche oft ein richtiges Mädchen sein. Mode, Shopping und Mädelsabende (mit Kissenschlachten) sind ein wichtiger Teil ihres Lebens. Originell gestaltete Fingernägel übrigens auch.

 

Aber existiert sie wirklich, diese Frau? Ist sie nicht einfach eine Inszenierung? Aber nein, weit gefehlt. Im Brustton der Überzeugung meint Koko Schanelle alias Beatrice alias n3rdprincess alias principessa: „Im richtigen Leben, da bin ich ganz genau so!“ Ihr zu glauben fällt nicht schwer. Immer erscheint sie irgendwie so persönlich und nah. „Eigentlich ganz nett“, wie sie selbst sagt. Aber trotzdem niemals vollkommen offenbart. Sie ist und bleibt eben: ein Geheimnis für sich!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *