epa04603076 European Commission President Jean Claude Juncker (R) welcomes Greek Prime Minister Alexis Tsipras prior to a meeting at the EU Commission headquarters in Brussels, Belgium, 04 February 2015. Greek Prime Minister Alexis Tsipras arrived in Brussels on 04 February ss part of his tour of European capitals to press their demands for debt relief. EPA/OLIVIER HOSLET +++(c) dpa - Bildfunk+++

#Grexit ja, nein, vielleicht?! Die Debatte zwischen @atsipras und @JunckerEU nimmt kein Ende #Eurozone

Animierte Gifs erleben einen zweiten (dritten?) Frühling. Wir erzählen mit Hilfe der animierten Grafiken aktuelle Debatten nach. In Teil 9 kommentiert Leonie Weigner die Verhandlungen um die Zukunft Griechenlands.

Mit Griechenland ist das so eine Sache. Zugegebenermaßen keine einfache. Nicht umsonst wird seit fünf Monaten verhandelt. Schließlich würde eine Entscheidung für oder gegen einen Austritt Griechenlands aus der EU, einen ganzen Rattenschwanz hinter sich herziehen: Euro behalten ja oder nein, die Stabilität der Märkte, die Reaktion im Volk- man könnte ewig weiter aufzählen. Die EU-Finanzminister treffen sich deshalb mittlerweile fast täglich in Brüssel. Immer wieder. Mit von der Partie ist natürlich auch Alexis Tsipras, der ich-trage-keine-Krawatten-Mann. Es wird Geschlossenheit, Optimismus und Wille gezeigt. Hand in Hand in den Kampf ziehend.

Quelle: youtube; europapress.es

Passiert ist trotzdem nichts. Das ist ein bisschen wie beim Disco-Fox:  Linker Fuß, tap, rechter Fuß, tap. Zwei Schritte vor, tap, zwei Schritte zurück, tap.

Quelle: youtube: getthedance.com

Man bewegt sich zwar ein bisschen von der Stelle, aber man kommt doch immer wieder zum Ausgangspunkt zurück. In dem Fall zu der Frage: soll Griechenland in der EU bleiben oder nicht? Ist das so schwer zu beantworten? Klar, sowas entscheidet man nicht mal eben so über Nacht. Aber doch nicht über FÜNF Monate! Zumal man als Außenstehender langsam das Gefühl bekommt, an der Nase herum geführt zu werden. Immer wieder werden Entscheidungen angekündigt und dann den Griechen doch noch Zeit gegeben.

Und nicht nur die Bürger werden immer wieder vertröstet. Eigentlich sind diese ganzen Verhandlungen doch eine einzige Zirkus-Nummer von Alexis Tsipras. Merkel und Co folgen ihm, ohne sich wehren zu können.

Quelle: youtube: News&Art Media Support

Doch wieso lässt die EU das mit sich machen?? Grund dafür dürfte das eigene Ansehen sein. Denn wer will schon als der Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem die EU begann, sich zu zerschlagen.


Schließlich weiß niemand, wer nach einem Austritt Griechenlands noch so folgt. Großbritannien, Italien, Spanien… ok, denken wir in Richtung dieses Horror-Szenarios mal lieber nicht weiter. Bleiben wir beim aktuellen, dem akuten (seit fünf Monaten) Thema: dem drohenden #Grexit. #Grexit, was ist das überhaupt für ein Wort?! Mittlerweile gibt es ja schon Umformungen #Graccident (Grexit by Accident), #Grimbo (Greek limbo) und viele mehr. Es scheint, als würde man sich einen Spaß daraus machen, möglichst originelle Wortkombinationen zu bilden, um die Debatte zu beschreiben. Eigentlich ein Unding. Das Ganze ist schließlich von höchster Brisanz. Es wird Zeit, endlich etwas zu erreichen. Jetzt werden schon die Banker nervös.

Dass es so nicht weiter gehen kann, wissen alle. Trotzdem präsentiert man sich nach wie vor mit strahlendem Lächeln und fasst sich mit Samthandschuhen an.

Quelle: youtube: ruptlyTV

Dabei sollte Juncker vielleicht mal nicht länger den lieben Onkel spielen, der von dem frechen Gör an der Nase herumgeführt wird und lediglich sagt: „Wird schon alles, Jung“. Sondern mal langsam – beziehungsweise zackig – auf den Tisch hauen!

Man kann die Situation mit einer Schifffahrt vergleichen: Wenn man gemeinsam auf See geht und einer der Matrosen baut Mist, dann muss man sich zeitnah entscheiden, ihn über Bord zu werfen oder ihn Beiseite zu nehmen, ein ernstes Wort zu sprechen und Regeln aufzustellen. Denn sonst läuft man Gefahr, dass an Bord größere Probleme auftauchen oder man im schlimmsten Fall sogar kentert.
Wer in diesem Bild wer ist, dürfte klar sein. Ob ein ernstes Gespräch mit klaren Regeln oder der Wurf von der Planke die bessere Lösung ist, da darf jeder eine eigene Meinung haben. Für welche Lösung sich die Politiker in Brüssel entscheiden, wird sich zeigen. Hoffentlich bald.

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