Der @Fischblog : Über einen universalgelehrten Nörgler mit großer Fangemeinde #Twittererkette

Wer ist das wirklich? Bei Twitter entsteht ein virtuelles Netzwerk aus Menschen, die sich originell und interessant finden, aber persönlich noch nie getroffen haben. Der Jahrgang 2014 der Kölner Journalistenschule hilft nach und stellt die Twitterer einander vor. Ein Twitterer wird portraitiert und nominiert dann den nächsten. Nach kurzer Pause setzen wir die Kette nun fort: In Teil 10 porträtiert Lennart Elßner Fischblog, den ReskiLab in die Twittererkette beordert hat.
„Autor, Science-Nerd und professioneller Besserwisser“: Lars Fischer; Foto: Lars Fischers Twitter-Profilbild

Autor, Science-Nerd und professioneller Besserwisser, so beschreibt sich Lars Fischer auf Twitter selbst. Klingt ganz schön langweilig. Ist er das?

Erstmal die Fakten: Fischer ist Journalist, er schreibt für spektrum.de, die Online-Ausgabe eines Wissenschaftsmagazins. Außerdem bloggt er und twittert. Über 136 Tausend Tweets hat er seit Mai 2008 geschrieben. Mehr als 6600 Follower erreicht er damit.

Das Besondere: Fischer twittert in erster Linie für sich selbst. Twitter ist sein soziales Netzwerk. Er hält damit den Kontakt zu alten Freunden aufrecht und macht auch neue Bekanntschaften. Deshalb antwortet er auch jedem, der ihn anschreibt. „Außer offensichtlichen Idioten“, meint Fischer lapidar. Gerne trifft er sich mit seinen Followern, dabei entstehen Freundschaften. Und zwar echte Freundschaften, das ist Fischer wichtig zu betonen. „Über echte Freundschaften wird zu viel Scheiße gelabert“, sagt Fischer, meistens klinge das so, als ob es im Internet keine echten Freundschaften geben würde. „Aber dann wirf‘ mal einen kühlen Blick auf ein Standard-Sozialleben“, sagt er. Er sehe ja bei Offlinern, wie da Freundschaften aufrechterhalten würden, indem man sich mit Mühe zwei Mal im Jahr sähe.

Lars Fischer ist direkt. Mit trockenem Sarkasmus zieht er alles und jeden durch den Kakao. Dabei ist er nicht immer politisch korrekt:

Auch mit scharfer Kritik hält er sich nicht zurück:

Er polarisiert, dieser Lars Fischer. In seiner Timeline mischen sich spöttische Kommentare über aktuelle technische Entwicklungen mit ironischen Bemerkungen über journalistische Texte und mitunter völlig Trivialem.

Ein Thema, das sich jedoch durch seine Tweets zieht, ist Wissenschaft. Damit beschäftigt er sich auch ausgiebiger in seinem Blog, den er für spektrum.de betreibt. „Ich kuratiere und kommentiere Wissenschaft, aber nur zum Teil“, erzählt Fischer. Generell twittert er nicht nach einem Konzept. Er teilt einfach, was ihn gerade bewegt. Manchmal muss er dafür auch Kritik einstecken. Gerade, wenn es um politische Themen geht, wird er hin und wieder mal kritisiert. Zu Recht, findet Fischer: „Bei Politik lehne ich mich manchmal zu sehr aus dem Fenster, da habe ich zu wenig Ahnung von.“

Gewöhnlich twittert Fischer einfach nebenbei. Schnell sind so 20 Tweets an einem einzigen Tag getippt. Manchmal fehlt Fischer jedoch schlichtweg die Zeit. Denn wenn die Arbeit ruft, muss Twitter sich hinten anstellen. Sein Beruf ist Fischer sehr wichtig. „Eigentlich der Sinn der ganzen Sache“, sagt er. Zu diesem Beruf – eher eine Berufung, meint Fischer – gehöre mehr, als nur die Artikel, die er schreibt. Twittern, bloggen, Bücher und Papers lesen, Ausstellungen und Konferenzen besuchen, auf dem neuesten Stand bleiben, das alles sei Teil seiner Berufung. „Universalgelehrter“, sagt Fischer, „ist ein Vollzeitjob“.

Was also macht Lars Fischer, wenn er sich eine Auszeit von seiner Berufung nimmt? „Ärzte bespaßen, hauptsächlich“, antwortet er trocken. Fischer ist chronisch krank, er leidet unter dem Fraser-Syndrom. „Es läuft schlecht“, sagt er selbst. Zu seiner Erkrankung äußert er sich auch auf Twitter, mit zunehmendem Verdruss:

Viel Zeit verbringt Lars Fischer im Krankenhaus oder beim Arzt. Wenn sich zwischen Arbeit und Ärzten doch einmal ein kleines Zeitfenster auftut, liest Fischer, oder er trifft Freunde. Gerne geht er ins Fußballstadion oder in eine Kneipe. Gewöhnliche Hobbies, eigentlich. Und trotzdem: Langweilig ist Fischer überhaupt nicht.

Auf Empfehlung von @Fischblog stellen wir als nächste Twitter-Persönlichkeit @sparschaeler vor.

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