Nach dem @DB_Bahn Streik ist vor dem Streik: Warum wir #Weselsky nicht vergessen dürfen

Animierte Gifs erleben einen zweiten (dritten?) Frühling. Wir erzählen mit Hilfe der animierten Grafiken aktuelle Debatten nach. In Teil 2 kommentiert Martin Lechtape den Streik der Bahn-Lokführer und ihren Vorkämpfer Claus Weselsky.

Es ist ruhig geworden im Land des großen Bahnstreiks. Claus Weselsky hat sich erst einmal hinter den medialen Vorhang aus Flüchtlingsdebatte und Bayern-Trauer zurückgezogen. Die GDL und ihr Vorsitzender werden mal wieder für einen Moment von den Bahnreisenden vergessen – einen kurzen Moment der Ruhe. Doch er wird wohl nicht lange dauern.

Vielleicht werden sich schon bald die Szenen vom 30. April wiederholen, als sich die Pupillen der Bahnkunden weiteten und kalter Schweiß über ihre Gesichter floss, als der fast vergessene Claus Weselsky feierlich verkündete: „Diesmal wird es richtig lange!“. Sofort drängten die fast vergessenen Bilder von blauen Anzeigetafeln wieder in die Köpfe der Bahnreisenden.

Tarifstreit bei der Bahn: Streik der Loführer verursacht bundesweit Zugausfälle

Quelle: Youtube

Und wenn Claus Weselsky etwas sagt, dann meint er es auch so: Vier Tage später begann der längste Streik in der Geschichte der deutschen Bahn. Die Pendler, die keinen Leihwagen mehr bekamen und sich nicht in einen überfüllten Fernreisebus retten konnten, stapelten sich an den Bahngleisen, die Blicke gen Himmel gerichtet und beteten zum (oder fluchten auf den) Gott der Bahnreisenden, Claus Weselsky, er möge sie innerhalb der nächsten sechs Tage an ihr Ziel bringen.

Videoglosse Teil 1: Bahnstreik? Find ich doof!

Quelle: Youtube

Doch Weselsky erhörte die Gebete nicht, blieb hart und lehnte den Vorschlag der Deutschen Bahn ab, Matthias Platzeck als Schlichter einzusetzen und den Streik abzusagen. Stattdessen stellte sich Claus Weselsky vor die Fernsehkameras und verkündete, die Deutsche Bahn trage die Schuld.

Als Weselsky am 22. Oktober vergangenen Jahres von Anne Will nach dem Grund für seine Sturheit gefragt wird, zückt er ein kleines, schwarz-rot-goldenes Buch, hält es in die Kameras und sagt: „Egal, wem das gefällt, oder nicht: Wir haben das Recht zu streiken.“ Das Grundgesetz ist seine Legitimation, die Bibel des großen Bahn-Gottes sozusagen.

Anne Will Lokführer und Piloten legen Deutschland lahm  22.10.2014

Quelle: Youtube

Am Sonntag war zwar erstmal alles vorbei – nach etwa 130 Stunden Streik, in denen die Mehrzahl der Züge ausflielen. Die durchgeschwitzten Pendler sanken erschöpft und mit Verspätung auf ihr heimisches Sofa. Claus Weselsky schimpfte noch einmal kurz auf die „Demagogen“ und verschwand hinter dem Championsleague-Halbfinale und den Britischen Parlamentswahlen. Trotzdem wird diesmal niemand Weselsky so schnell vergessen, denn alle wissen, womit der Allmächtige droht: Nächstes Mal wird es richtig lange!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *