Mehr Schaden als Nutzen? @jreichelt diskutiert mit „Snowdenistas“ und @tauss ob man den Whistleblower Edward Snowden kritisieren darf

Streitende Politiker, Promis, Journalisten: Twitter ist zur Arena für spannende Debatten zu aktuellen Themen geworden. In der Serie „Twitterdebatten“ zeichnen Journalistenschüler des Jahrgangs 2013 nach, wie sich einflussreiche Twitterer online streiten. Sie ordnen die Diskutanten und ihre Argumente mit Hilfe des Tools Storify ein, und zeichnen nach, wie die Debatte sich in den Medien ausehnt. Im 14. Teil der Serie beschreibt Judith Colling, wie BILD-Chefreporter Julian Reichelt mit der Netzgemeinde über Edward Snowden streitet.

Schon der Titel zeigte, wie sehr das Thema polarisiert: Mit „Edward Snowden im Interview – Held oder Verräter“ überschrieb Günther Jauch am vergangenen Sonntag eine Diskussion über den US-Amerikaner, der mit seinen Enthüllungen die NSA-Affäre losgetreten hat. In der Sendung gab es erwartungsgemäß verhärtete Fronten: Auf der einen Seite Bundestagsabgeordneter Hans-Christian Ströbele, der Edward Snowden als erster Politiker in Russland besucht hatte, Marina Weisband von der Piraten-Partei und Bloggerin, sowie Hubert Seipel, der Interviewer Snowdens. Sie unterstützen Snowden und sein Vorgehen und forderten einhellig Asyl für ihn in Deutschland. Auf der anderen Seite: John Kornblum, ehemaliger US-Botschafter in Berlin, und der Chefreporter der BILD-Zeitung sowie Chefredakteur von BILD.de Julian Reichelt: Die beiden hielten dagegen und verwiesen auf die Rechtswidrigkeit und die Gefahren von Snowdens Enthüllungen.

Anlass für Jauchs Thema war das erste Fernsehinterview Edward Snowdens nach seiner Veröffentlichung geheimer Dokumente der NSA im letzten Jahr. 30 Minuten lang beantwortete er die Fragen des NDR-Journalisten Hubert Seipel über die Methoden der Geheimdienste, seine momentane Situation und seine Beweggründe.

Nach der Sendung setzte sich der Streit über Snowden auf Twitter fort – vor allem Jauch-Gast Julian Reichelt erregt heftigen Widerspruch gegen seine Snowden-kritischen Aussagen. Am nächsten Morgen reagiert der BILD-Chefreporter via Twitter auf den sich anbahnenden Shitstorm und verfängt sich prompt in dem ausufernden Streit:

 

PS:

Wer sich selbst nochmal ein Bild über Snowden und seine Beweggründe machen möchte:

Michael König@michikönig von der „Süddeutsche. de“ hat die wichtigsten elf Aussagen aus dem Interview mit Hubert Seipel zusammengefasst:

Ein Gedanke zu “Mehr Schaden als Nutzen? @jreichelt diskutiert mit „Snowdenistas“ und @tauss ob man den Whistleblower Edward Snowden kritisieren darf

  1. Also ich fand:
    „miro @zz_miro
    @jreichelt publishing #snowden to make money is what u do as job, but in the same time u acuse him to help terrorists by read your „news“.“

    hat dazu gepasst, wie die Faust aufs Auge. All seine Thesen, wie zum Beispiel: „nur durch Snowden wissen die Terroristen, das man ein Telefon überwachen kann“ fand ich doch recht Realitätsfremd – vor allem von einem ChefRedakteur. Can you spell hypocrite?

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