2000 Likes, aber sofort! Ein Interview mit @1LIVE über billige Tricks, Social-Media-Strategien und Bikinis

Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co. sind für immer mehr Menschen eine wichtige Quelle für Informationen. Haben die Medienhäuser der Republik das erkannt? In der Serie “Alte Medien in neuen Netzen” zeichnen Journalistenschüler des Jahrgangs 2013 nach, wie etablierte Medien die neue Kanäle nutzen, um ihr Angebot darüber zu verbreiten, mit Lesern zu interagieren und neue Inhalte zu entwickeln. Im 4. Teil der Serie interviewt Laura Kettler Jens Becker, Social-Media-Redakteur beim Radiosender 1Live.

Christian Terhoeven ist um klare Ansagen nicht verlegen. „Bis 18 Uhr 2000 Likes darunter, oder er reißt mir die Fühler aus!“ kommandierte der Moderator des Radiosenders 1Live kürzlich in seiner Nachmittagssendung die Zuhörer. Auf Facebook hatte der Radiosender soeben sein „Bikinitassenwaffenpandamarienkäfer-Bild“ mit Kollege Michael Dietz gepostet. Ein klarer Klickbringer: 2400 Likes setzten die Hörer darunter. „Solche Ideen entstehen oft spontan“, verrät 1Live-Redakteur Jens Becker im Twitter-Interview.

Anlass für das Bild war eine Studie aus den USA, nach der Bilder mit Bikinis, Pandas und Waffen besonders erfolgreich sind. Die Moderatoren setzten sie sofort um – und die Reaktionen der Hörer kamen prompt: „Habs gerade gehört und musste doch mal direkt meine Neugier befriedigen. Sehr geiles foto“, kommentierte ein Nutzer namens An Di das Facebook-Bild. Die Moderatoren verfolgten via Facebook die Debatte und scherzten Markus Kristens Kommentar, Kollegin Frau Heinrich bekäme bestimmt mehr Likes.

Das Bild ist nur eins von vielen Beispielen, wie der Jugend-Radiosender des WDR versucht, über soziale Netzwerke mit seinen Zuhörern zu interagieren. Das kommt an: Auf Facebook hat 1Live über 360.000 Fans, auf Twitter mehr als 86.000 Follower. Seit 2008 hat der Sender dort mehr als 17.000 Tweets verfasst. Über Aktionen wie das „Bikinitassenwaffenpandamarienkäfer-Bild“ versucht er die täglich bis zu vier Millionen Hörer akiv ins Programm einzubinden. Im Twitter-Interview erklärt @1Live, wie genau das funktioniert.

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