Blanker Busen in Weihnachtsmesse: #Femen verfehlt bei @Volker_Beck, @ArminLaschet und vielen anderen Wirkung

Streitende Politiker, Promis, Journalisten: Twitter ist zur Arena für spannende Debatten zu aktuellen Themen geworden. In der Serie „Twitterdebatten“ zeichnen Journalistenschüler des Jahrgangs 2013 nach, wie sich einflussreiche Twitterer online streiten. Sie ordnen die Diskutanten und ihre Argumente mit Hilfe des Tools Storify ein, und zeichnen nach, wie die Debatte sich in den Medien ausehnt. Im achten Teil der Serie berichtet Florian Müller, welche Diskussionen die Femen-Aktivistin Josephine Witt mit ihrem Sprung auf den Altar im Kölner Dom ausgelöst hat.

Es war eine besondere Überraschung, die der Kölner Kardinal Meisner just an seinem 80. Geburtstag erleben musste: Während der Messe am ersten Weihnachtsfeiertag sprang eine Aktivistin der Gruppe Femen halbnackt auf den Altar des Kölner Doms. Sie trug dabei nur eine Art Lendenschurz und hatte sich den Schriftzug „I Am God“ auf den Oberkörper gemalt.

Seitdem berichten zahlreiche Medien über die Hamburger Philosophie-Studentin Josephine Witt und ihren Sprung auf den Altar. Die 20-Jährige ist das bekannteste Gesicht der Femen-Bewegung in Deutschland. Seit Beginn des Jahres 2013 sorgt die selbst erklärte „Sextremistin“ mit öffentlichkeitswirksamen Auftritten dafür, dass Femen im Gespräch bleibt. Sie protestiert stets oberkörperfrei, das Markenzeichen von Femen. Bei einer Protestaktion in Tunesien Ende Mai 2013 wurde sie festgenommen und für 29 Tage inhaftiert.

Für ihre Aktion im Kölner Dom wurde sie nun wegen Störung der Religionsausübung und Hausfriedensbruch angezeigt. Offenbar drohen ihr bis zu drei Jahre Haft. Ein hoher Preis für eine Aktion, mir der die 20-Jährige Medienberichten zufolge eigentlich die „patriarchalische und sexistische Haltung“ des Kölner Erzbischofs Meisner kritisieren wollte. Außerdem richtet sich der Protest laut Femen International gegen die veralteten Ansichten der Katholischen Kirche zur Abtreibung.

Doch Witts Protest verfehlt offenbar seine Wirkung. Zwar ist der Altarsprung bisher nicht aus den Schlagzeilen verschwunden. Und auch auf Twitter ist die Femen-Aktion ein großes Thema: Volker Beck, Armin Laschet, Katrin Göring-Eckart und viele weitere diskutieren über den Kurznachrichtendienst zwar ausgiebig über die Abschaffung der Strafe für Gotteslästerung, christliche Ohrfeigen und kirchliches Hausrecht. Das Kernthema des Protests aber rückt dabei in den Hintergrund:

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