Von @WindhoekCity nach #Swakopmund – mit dem #DesertExpress zu den Deutschen in #Namibia

In der Serie „on the road“ stellen Journalistenschüler des Jahrgangs 2012 berühmte Routen auf der ganzen Welt vor – mit Hilfe von Internet und Social Media. Über Twitter, Facebook und co. finden wir Menschen, die an den Wegen leben und erzählen ihre Geschichten. Wir zeigen Bilder von den Handels- oder Reiserouten und mit Hilfe von Google Maps ihren Verlauf – um sie mit all dem zum Leben zu erwecken. In Teil 7 schreibt Lukas Zdrzalek über den Desert Express, die legendäre Bahnlinie in Namibia. Dafür hat er mit dem Lokomotivführer Sigfried Gawafed, dem Pastor Sven von Eicken aus Okahandja, dem Karnevalisten Heiner Dillmann und dem Journalisten Erwin Leuschner von der Allgemeinen Zeitung in Windhoek gesprochen.


Der Desert-Express auf einer größeren Karte anzeigen

Wenn die Sterne über Namibia funkeln, arbeitet Lokführer Sigfried Gawafed am liebsten. Niemand stört ihn, wenn der Mond die Savanne erhellt und er aus dem kleinen, beleuchteten Führerstand seiner Lokomotive bis zum Horizont schauen kann. Wenn er Tiere an den dunklen Gleisen erkennt. Von Springböcken und Nasshörnern erzählt er, die hinter Farmzäunen stehen oder über die Schwellen huschen. Gawafed sieht ihre leuchtenden Augen in der Nacht, während der Zug durch die Savanne dröhnt.  

Meistens fährt er Güterzüge, die beladen sind mit Öl und Marmor, Benzin und Lebensmitteln. Sie rollen durch das nächtliche Namibia, damit die Produkte morgens beim Empfänger sind. Doch manchmal steuert Sigfried einen Zug, an dem weder Öl noch Benzin kleben, einen Zug, in dem die Passagiere übernachten, essen und trinken: den Desert-Express.

Lokführer Sigfried Gawafed in seinem Haus. Foto: S. Gawafed

Der Desert Express ist der einzige Luxuszug, den die Eisenbahngesellschaft Transnamib betreibt. Freitags fährt er in Namibias Hauptstadt Windhoek los, durch das zentrale Hochland weiter nach Westen und durch die Namibwüste bis nach Swakopmund am Atlantik. Zwei Tage später kehrt der Zug wieder zu seinem Ausgangspunkt zurück, immer der Strecke folgend, die Deutsche einst in den Sand bauten.

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts war Namibia noch eine kaiserliche Kolonie und hieß Deutsch-Südwestafrika. Nach dem Ersten Weltkrieg mussten die Deutschen ihre Kolonie an den Völkerbund abgeben, doch von ihnen ist mehr geblieben als Schwellen, Schienen und Soldatengräber im Wüstensand. Im Land lebt eine deutsche Minderheit, zu der rund 20.000 Menschen gehören. Manche von ihnen wohnen dort schon jahrzehntelang, andere dagegen sind erst vor ein paar Jahren ins südliche Afrika gezogen. Sie lesen eine deutschsprachige Zeitung, besuchen deutschsprachige Gottesdienste und feiern rheinischen Karneval.

Wer mit Lokführer Sigfried Gawafed die Strecke des Desert-Express bereist, kann sie und ihre Geschichten kennenlernen. Den Windhoeker Karnevalsverein, der den vielleicht kürzesten Karnevalsumzug der Welt feiert. Muss nach Okahandja fahren, wo ein evangelischer Pastor um die Zukunft seiner Kirche fürchtet. Weiterreisen in den Ort Karibib, in dessen Umgebung eine Familie mit deutschen Wurzeln Marmor abbaut. Und wer in Swakopmund ankommt, dem kann der Korrespondent einer deutschsprachigen Zeitung das Klein-Deutschland Namibias erklären. Eine Fahrt mit dem Desert-Express – das ist eine Reise zum deutschen Stamm Namibias.

 

Reise-Info:

Von Deutschland aus können Touristen etwa mit „Air Namibia“ nach Windhoek fliegen, wo der Desert-Express seine Reise beginnt. Was Urlauber beim Aufenthalt in Namibia beachten müssen, hat das Auswärtige Amt auf seiner Webseite aufgeschrieben.

Ein Gedanke zu “Von @WindhoekCity nach #Swakopmund – mit dem #DesertExpress zu den Deutschen in #Namibia

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