Oops! … I did it again. Wie @officialpatrice nach @MsRebeccaBlack auch @NicoleWofficial zu zweifelhaftem Ruhm verhilft.

In der Serie „Mem der Woche“ stellen der Jahrgang 2012 der Kölner Journalistenschule Fotos, Videos, Tweets oder andere kleine Inhalte vor, die nicht von Medien-Profis erstellt wurden, aber über das Internet schnell zu sehr großer Bekanntheit gekommen sind. Wir wollen die Geschichten hinter diesen „Mems“ und ihrer Verbreitung zu erzählen.

Vor gut einem Jahr tauchte das Musikvideo „Friday“ auf Youtube auf. Produziert von Patrice Wilson, gesungen und gespielt von der damals erst 14-jährigen Schülerin Rebecca Black. Insgesamt beinahe 44 Millionen Menschen haben sich das Video bisher angesehen – obwohl es den meisten von ihnen gar nicht wirklich gefallen zu haben scheint. 888.000 negative Bewertungen auf nur 214.000 positive sammelte das Video. Doch das hielt andere Jugendliche nicht davon ab, auch Musikvideos mit Wilson zu produzieren. In diesen Tagen bringt es jetzt ein zweites Video zu ähnlich großer Bekanntheit wie einst „Friday“: „It’s Thanksgiving“ von Nicole Westbrook sammelte in acht Tagen auf Youtube fast acht Millionen Aufrufe.

„Pato Music World“ (Pmwlive) heißt die Firma von Patrice Wilson, die auch hinter diesem Video steht. Auf seiner Website verspricht die Agentur, unbekannten Künstlern Aufmerksamkeit zu verschaffen. Vorwürfe, er würde die Täume reicher Kinder ausnutzen, nimmt Patrice Wilson gelassen. „Finden Sie mal ein anderes Unternehmen, die all das zu so niedrigen Kosten macht“, sagte er der Los Angeles Times. „Ich verspreche niemandem Ruhm. Im Gegenteil, wenn Leute zu mir kommen mit dem einzigen Ziel, berühmt zu werden, dann sage ich ihnen, dass sie nicht aus den richtigen Gründen dabei sind.“

Bei Nicole Westbrooks Video aber hat es geklappt mit dem Ruhm. Am 7. November auf Youtube, am 9. November folgte bei Buzzfeed ein Artikel über das Lied. Schon am 12. November, ihr Video hatte da circa drei Millionen Aufrufe, erscheint ein Artikel bei abc news. „Patrice weiß genau wie man ein Video groß raus bringt, soziale Netzwerke spielen dabei eine große Rolle“, freut sich Sängerin Westbrook auf Nachfrage von 140Z per Mail.

Neben den Reaktionen in den sozialen Netzwerken folgen bald auch zahlreiche Video-Parodien auf ihr Lied.

So von TheJevoski am 11.11.

von BartBaKer am 16.11.

oder von von thecomputernerd01 am 21.11.

Das Originalvideo wurde inzwischen fast zwölf Millionen mal aufgerufen und hat immerhin 25.000 positive Bewertungen, aber auch 180.000 negative. Betreut wird sie gemeinsam von Wilsons Agentur du ihren Eltern, die allzu unsachliche Kritik von ihr fern zu halten versuchen. „Die Parodien habe ich nicht gesehen, man sagte mir, das sei besser so“, so Nicole. „Die negativen Wertungen sind okay für mich jeder hat seine Meinung, ich konzentriere mich auf meine Fans und meine Familie.“

Patrice Wilson schenkt den vielen negativen Statements wenig Beachtung. Die öffentliche Meinung über seine Arbeit sei deutlich besser, als man aus diesen ableiten könne, das verrieten ja die hohen Klickzahlen, sagt er.

Vielleicht behält er ja recht. Sein erster Star Rebecca Black veröffentlicht bis heute neue Lieder  – und mittlerweile überwiegen die positiven die negativen Bewertungen. Bei ihrem neuesten Video ist das Verhältnis 11.000 zu 1.700. Auch die meisten Kommentare loben Blacks Entwicklung.

Auch Nicole Westbrook will unbedingt weitermachen und bald neue Videos veröffentlichen. Sie übe schon fleißig Gitarre, erklärt sie. Von ihrem Förderer Patrice Wilson möchte sie sich anscheinend ein wenig unabhängiger machen: Westbrook hofft, in Zukunft eigene Lieder auf den Markt zu bringen.

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