Ein Lachen geht um die Welt – wie Lachguru @amecking durch Youtube berühmt wurde

In der Serie „Mem der Woche“ stellen der Jahrgang 2012 der Kölner Journalistenschule Fotos, Videos, Tweets oder andere kleine Inhalte vor, die nicht von Medien-Profis erstellt wurden, aber über das Internet schnell zu sehr großer Bekanntheit gekommen sind. Wir wollen die Geschichten hinter diesen „Mems“ und ihrer Verbreitung zu erzählen.

Lachen ist hochansteckend, auch im Netz. Das beweist das kurze Video der „Initiative Hauptstadt lacht“, das sich im Netz wie ein Virus verbreitet. Auf Youtube wurde es bereits mehr als drei Millionen mal angesehen. Es zeigt eine Frau in der Bahn, die anscheinend beim Lesen einer SMS lächeln muss und schließlich zu lachen beginnt. Eine weitere Frau lässt sich anstecken, irgendwann lacht beinahe der ganze Waggon mit.

Obwohl das Video schon vor ziemlich genau einem Jahr von „lachen verbindet“ bei YouTube hochgeladen wurde, ist es jetzt, in der grauen Jahreszeit, so richtig populär geworden und wird via Facebook und Twitter fleißig weiter verbreitet und kommentiert. Vor ein paar Tagen griff auch der Radiosender Energy Berlin das Video auf und twitterte es. Selbst Zeitungen wie der Tagesspiegel und der Berliner Kurier haben schon über den kurzen Clip berichtet.

Inzwischen haben Menschen aus ganz Europa, besonders aus Großbritannien und Spanien, Gefallen an der lachenden Menschenmenge gefunden. Doch nur wenige wissen, dass es sich bei diesem Video um eine Aktion der Initiative Hauptstadt lacht handelt, die in ganz Berlin Lachklubs gegründet hat und Kurse in Lachyoga gibt.

Die Frau mit dem Handy heißt Angela Mecking. Angela Mecking ist Lachyoga-Business-Trainerin und lernte das Lachyoga von seinem Erfinder Madan Kataria. Der Lach-Guru besuchte Berlin im Juli 2003 und gab dort einen Wochenendworkshop in Lach-Yoga. Danach gründete sich die Initiative Hauptstadt lacht aus mehreren Lachklubs, die sich seit Ende der 90-er Jahre in Berlin ausgebreitet haben. Die Initiative feiert zum Beispiel jährlich im Mai den Weltlachtag und organisiert Flashmobs zum Thema Lachen.

An einem Novemberabend fuhr Angela Mecking mit ihrer Lachyoga-Gruppe aus dem „Lachclub Berlin Mitte“ zwei Stunden lang mit der U-Bahn durch Berlin und begann immer wieder zu lachen und die Passanten damit anzustecken. „Eigentlich waren wir nur in die U-Bahn gegangen, weil unser Kursraum renoviert wurde und ich die Stunde nicht ausfallen lassen wollte“, gibt Lachguru Mecking zu und lacht dabei.

Doch solche Aktionen sind bei „Lachen verbindet“ nicht selten. Immer wieder suchen sie öffentliche Plätze auf oder gehen in Kaufhäuser, um das „humorlose Berlin“ zum Lachen zu animieren. Die ersten Lacher waren also geplant und wurden von Mitgliedern des Lachkurses begonnen, um die Fremden in der U-Bahn zum Mitmachen aufzufordern und ihnen die mögliche Scham zu nehmen. Aufgelöst haben sie die Situation im Video nicht, doch in manchen der U-Bahnen haben sie es probiert. Die Leute reagierten sehr offen und interessiert und waren überrascht von der Wirkung des Lachens.

Laut Mecking geht es beim Lachyoga darum, den Menschen klarzumachen, dass Glück und gute Laune nicht immer von äußeren Umständen abhängig sind. „Wir selbst können einen großen Teil zu unserem Wohlbefinden beitragen“, sagt Angela Mecking. Es haben sich schon viele Leute bei ihr bedankt, weil sie durch die Lachkurse besser schlafen konnten, weniger Schmerzen empfunden haben oder auch mutiger und selbstbewusster geworden sind.

Einen Grund zum Lachen braucht die Berlinerin nicht. Durch jahrelanges Üben hat sie gelernt, sich selbst in einen Lachanfall reinzusteigern und einfach loszulachen. In der Gruppe fällt ihr das jedoch immer noch leichter als alleine. „Ohne die Gruppe, würde ich mich nicht so einfach öffentlich hinstellen und loslachen“, räumt sie ein. Doch was zählt ist die therapeutische und psychologische Wirkung auf den Körper: „Das Lachen, das ich aussende, kommt zu mir zurück.“

Angela Mecking hat den Erfolg ihres Lach-Videos nicht vorhergesehen. Sie hat es nur hochgeladen, um Mitglieder über die Aktion zu informieren und für die Teilnehmer eine schöne Erinnerung zu wahren. Doch rasend schnell machte es die Runde, wurde schließlich auf sozialen Netzwerken gepostet und ist nun seit über einem Jahr nicht zu stoppen. Noch immer steigen die Klickzahlen im Minutentakt und vermutlich schaut in dieser Sekunde irgendwo auf dem Globus jemand das Video und bekommt einen Lachanfall. Tausende Kommentare bestätigen das:

Auf Youtube finden sich aber auch Kommentatoren, die der ganzen Sache nicht so recht trauen. Einige vermuten Drogen dahinter:

Wieder andere verstehen den Witz an der Sache nicht:

Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass Angela Mecking und ihre Truppe ihr Ziel mehr als erreicht haben und der Welt ein kleines bisschen mehr Fröhlichkeit geschenkt haben.

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