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Gespräche sind der Schlüssel zum Glück – Wie Maria Muszkieta das herausfand

Kategorien: Lebenslinien


Der Ausbildungsjahrgang 2011 der Kölner Journalistenschule stellt in 18 Folgen 18 bemerkenswerte Senioren vor. Die Autoren haben sie dazu nach ihren wichtigsten Lebenslektionen befragt und gebeten, die Spaß-, Geld-, und Freiheitskurve ihres Lebens zu zeichnen. Im neunten Teil schreibt Charlotte Dietz über die 60-jährige Maria Muszkieta.
Maria Muszkieta

Maria Muszkieta im Café "Kayser" in Pulheim

In 60 Lebensjahren kann unendlich viel passieren. Viele Glücksmomente, viele Höhepunkte, viel Ausprobieren, viele kleine Anekdoten, über die man plaudern kann, wenn man spontan zum Kaffee eingeladen wird. Aber in sechs Jahrzehnten erlebt man ebenso Pleiten und Schicksalsschläge.

Maria Muszkieta weiß das nur zu gut. Genauso weiß sie, wie sie jedes negative Erlebnis überwunden hat und dadurch heute regelrecht aufblüht: “Das Gespräch zwischen zwei Menschen ist das wichtigste geblieben.” Ohne viele Gespräche wäre sie nicht so unbeschwert, wie sie heute wirkt.

Die stahlgrauen Haare mittels Gel kunstvoll verstrubbelt, der pflaumenfarbene Lippenstift passend zum Mantel – so lerne ich Maria kennen. Spontan lässt sie sich auf ein Porträt ein. “Aber Vorsicht! Ich komme schnell vom Hölzchen aufs Stöckchen.”

Nachdem das geklärt ist, kann es los gehen. Rein ins Café, ein Platz am Fenster, bald stehen zwei dampfende Tassen vor uns. Erwartungsvoll blinzelt sie mit den lebhaften, braunen Augen. Und los geht der Rückblick auf ihr Leben.

Sie wurde sehr autoritär erzogen, machte nach der Volksschule eine Ausbildung zur Kinderpflegerin. Dann ihre Heirat im Alter von 20 Jahren: Ihren Ehemann Rudi hatte sie beim Richtfest des Hauses ihrer Eltern kennengelernt, er war der Vorarbeiter auf dem Bau. Ruhig und introvertiert sei er gewesen – das genaue Gegenteil zu ihr.

Als sie im August 1971 an den Traualtar trat, war sie bereits schwanger – damals alles andere als normal. Sie sei schlicht nicht aufgeklärt gewesen. Diesen Fehler wollte sie bei ihren zwei Söhnen nicht wiederholen. “Sie haben immer viel gefragt”, sagt Muzskieta. Und sie hat gerne geantwortet.

Nicht immer war ihre Ehe harmonisch, auch Rudi und sie mussten in den mehr als 40 Jahren an sich arbeiten. Aber es habe sich gelohnt, sagt Muzskieta. “Heutzutage geben viele junge Leute ihre Beziehungen zu schnell auf.” Vielleicht auch deshalb, weil sie zu wenig miteinander reden. Das kann Maria Muzskieta ganz sicher nicht passieren.

Momentan ist sie vollauf zufrieden mit den Dingen – und das strahlt sie auch aus. Seit 20 Jahren arbeitet sie nun wieder mit Kindern, hat eine zusätzliche Ausbildung zur Erzieherin gemacht und zwischendurch in ihrem Kindergarten die stellvertretende Leitung übernommen. Freunde, Sport und ausgiebiges Lesen erfüllen ihre Freizeit.

Aber Maria hat noch weitere Pläne: Sie möchte mal eine Gastvorlesung halten. “Plappern konnt’ ich schon immer!”, sagt sie lachend. Außerdem möchte sie mehr reisen. “Dafür müsste sich erst mein dritter Wunsch erfüllen: Sparen lernen!” Aber das wäre dann wieder eine andere Geschichte.

Lebenskurven von Maria

Marias Lebenskurven

1 Kommentar zu “Gespräche sind der Schlüssel zum Glück – Wie Maria Muszkieta das herausfand”

  1. 140z.de sagt:

    Lebenslektionen Teil 8: Gespräche sind der Schlüssel zum Glück – Wie Maria Muszkieta das herausfand http://t.co/hfM9qtD2

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