Die Geschichte einer Odyssee: wie zwischen @dominik_schwarz und der Telekom eine enge Brieffreundschaft entstand.

In der Serie „Mem der Woche“ stellen der Jahrgang 2012 der Kölner Journalistenschule Fotos, Videos, Tweets oder andere kleine Inhalte vor, die nicht von Medien-Profis erstellt wurden, aber über das Internet schnell zu sehr großer Bekanntheit gekommen sind. Wir wollen die Geschichten hinter diesen „Mems“ und ihrer Verbreitung zu erzählen.

Eigentlich ist Dominik Schwarz einfach nur umgezogen. Aus Köln nach Zürich in die Schweiz, am 1. Juli dieses Jahres. Deshalb kündigte er seinen DSL-Vertrag mit der Telekom und schickte den dazugehörigen W-Lan Router zurück. Doch damit war die Angelegenheit noch lange nicht erledigt. Für Schwarz begann jetzt erst eine Odyssee, die sechs Monate dauern sollte.

Obwohl ihm am Telefon zugesichert wurde, dass der Vertrag mit sofortiger Wirkung gekündigt worden war, erhielt er noch für den August eine Rechnung. Denn an die Kündigung konnte sich bei der Telekom niemand mehr erinnern. Vielmehr liefe sein Vertrag noch bis zum 21. Februar 2014. Für eine außerordentliche, vorzeitige Kündigung müsse er 250 Euro Gebühr bezahlen, erklärte das Unternehmen Schwarz. Widerwillig akzeptierte er die Kosten. Er wollte nur den Vertrag beenden, so schnell wie möglich. Bis dahin hatte der gegenseitige Schriftverkehr bereits über zwei Monate gedauert. Vorbei war es damit aber noch lange nicht, denn selbst die Höhe der geforderten Gebühr änderte sich danach noch mehrmals, ebenso wie die Ansprechpartner von Dominik Schwarz bei der Telekom.

Immer wieder verlangte Dominik Schwarz eine Kündigungsbestätigung, fragte nach dem Stand der Bearbeitung. Als er sich ein halbes Jahr mit dem Unternehmen herumgeschlagen hatte, machte er seinem Ärger Luft. .  Am 10. Dezember legte er eine Internetseite an, auf der er humoristisch seine Brieffreundschaft mit der „Telekom“ dokumentierte. Detailliert beschrieb er die vielen Kontaktaufnahmen, die Telefonate, zeigte die endlosen Mailwechsel und kommentierte all das so, dass es sich zu einer gut lesbaren Geschichte zusammenfügte.

Eigentlich wollte Schwarz mit der Seite nur seinen Freundeskreis bei Facebook unterhalten und informieren. Doch der Link verbreitete sich rasend schnell, bis zum nächsten Morgen hatten bereits mehrere tausend Menschen die Website aufgerufen. Zahlreiche Kommentare unterstützten Dominik Schwarz.

Viele teilten ihre ebenfalls schlechten Erfahrungen mit den Kundenservices großer Unternehmen.

Es gibt aber auch Kommentare, die der Telekom Recht geben und sie für ihre Kulanz loben.

Das große Interesse der Online-Community an dem Fall blieb auch der Telekom nicht verborgen. Bereits am Morgen nach der Veröffentlichung erhielt Dominik Schwarz einen Anruf des Bonner Unternehmens, das ihm einmal mehr versprach, sich jetzt ganz schnell um die Kündigung zu kümmern. Doch diesmal geschah es auch. Ein paar Tage später ist das Buchungskonto endlich ausgeglichen, die Angelegenheit aus der Welt geschafft. Am Ende hat die Telekom Dominik Schwarz auf Nachfrage die Kündigungsgebühr komplett erlassen. Auf Facebook entschuldigte sich das Unternehmen für die Unannehmlichkeiten und bot den Lesern der Website Hilfe an. Wer eine ähnliche Odyssee erlebt habe, könne sich einfach melden. Das Team würde eine Sonderschicht einlegen, um die Probleme zu lösen. Der abschließenden Bitte, das Ende der Geschichte auf der Website nachzureichen, kam Dominik Schwarz nach.

Mittlerweile hat die Website auf Facebook über 39.000 „likes“ und wurde fast 400-mal kommentiert. Ebenfalls  war es auf Twitter ein Thema. Auch das „Handelsblatt“ hat die Website auf Facebook gepostet.

Dominik Schwarz ist froh, dass jetzt alles vorbei ist. Eine Bitte hat er allerdings noch. Auch Marc Görtz, den er in den letzten Tagen kennen lernte, soll geholfen werden.  Er hat ebenfalls ein Problem mit der Telekom. Nach zwei Monaten  hat er immer noch keinen DSL-Anschluss. Mal sehen, wie lang die Telekom hierfür braucht.

 

 

3 Gedanken zu “Die Geschichte einer Odyssee: wie zwischen @dominik_schwarz und der Telekom eine enge Brieffreundschaft entstand.

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