Das Internet als Bühne? Unter @lesmoureal offenbart sich Smudo von den @fantastische4

Smudo ist Fünfte, den wir in unserer Reihe „googleportraits“ portraitieren – anhand der öffentlichen Infos, die wir im Netz über ihn gefunden haben. Zuvor waren schon Mario Sixtus, Stefan Keuchel, Sascha Lobo und MdB Patrick Kurth an der Reihe

smudoquer

„Die DA?!“ Mit diesem Charthit wurden „Die Fantastischen Vier“ vor 19 Jahren bekannt. Danach haben sie sämtliche Konzertbühnen der Republik erobert und stehen auch auf der größten aller Bühnen im Rampenlicht: Im Internet. Zum Beispiel Smudo. Der 42-Jährige ist nicht nur ein Mitglied der Band. Er ist mittlerweile auch als deutscher HipHopper, Synchronsprecher und Rennfahrer bekannt.

Im Internet ist der Star quasi omnipräsent: Auf Youtube hat Smudo ein eigenes Profil – zweieinhalb Millionen Mal wurde es schon aufgerufen. Auf Twitter, wo er seit März 2010 knapp 2,8 Tweets täglich absetzt, zählt er als @lesmoureal rund 6000 Follower, Tendenz steigend.

Ich frage mich: Dient Smudo das Netz lediglich als Plattform, um sich selber zu vermarkten, oder findet man online auch Privates über ihn? Anders gefragt: Ist @lesmoureal eine Inszenierung – oder ein Spiegelbild von Michael Bernd Schmidt selbst?

smudo
So heißt Smudo nämlich in Wirklichkeit, wie Wikipedia und die „offizielle Fanpage“ mir verraten. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Paderborn und im beschaulichen Gerlingen bei Stuttgart. 1988 bestand Smudo das Abitur. In seiner Freizeit programmierte Smudo eigene Computerspiele, sogar mit Erfolg, wurde aber dann doch kein Informatiker. Stattdessen gründete er mit seinen Freunden Thomas D.,  Michi Beck – damals noch Dee Jot Hausmarke – und And.Ypsilon 1989 „Die Fantastischen Vier“.

Nächste Quelle: Seine Homepage. Hier kann ich ihn „Lesen, hören, sehen, klicken“. Zum Beispiel in seinen Tagebüchern, die er einige Jahre lang immer mal wieder geführt hat. Smudo schreibt über Konzerttouren, Produktionen oder das 24 h Rennen auf dem Nürburgring 2006. Und er verrät manchmal auch ein paar private Details – etwa, wie er in der letzten Nacht geschlafen hat. Oder er zeigt Fotos von einer Dusche im Backstagebereich.

Wirklich privat ist all das aber eigentlich nicht. Smudos Notizbücher sind längst nicht so persönlich wie die Tagebücher, die man abends vorm Einschlafen vollschreibt. Ohnehin hat alles, was ich hier auf seiner Seite finde, mit seinem beruflichen Werdegang zu tun. Ich erfahre zum Beispiel, dass es Smudo nicht nur als Musiker zu hören gibt, sondern auch als Sprecher in Hörspielen. 2008 las Smudo die offizielle Falco-Biographie. Für das Fernsehen hat er sowohl Schauspielrollen übernommen, als auch Filmfiguren synchronisiert. Klingt nach Arbeit.

Aber wie tickt Smudo? Ein Link auf seiner Seite führt mich zu Youtube. Hier hat er seine eigene virtuelle Bühne geschaffen – als lesmoureal. Unter seinen hochgeladenen Filmen sind einige Videos über die Fantastischen Vier, zum Beispiel zum 20jährigen Jubiläum der Band.

Worüber Smudo lacht, zeigt vielleicht die Auswahl seiner Favoriten. Zum Beispiel dieses Filmchen namens „Stupid Dog“:

Und Smudo muss ein ausgesprochener Disney-Fan sein, denn er hat mehrere Zeichentrick-Filme zu seinen Favoriten gewählt. Mit dabei ist auch Michey Mouse – Pluto’s Christmas Tree. Vielleicht liegt das daran, dass er einigen Comicfiguren seine Stimme geliehen hat. Dem Pinguin in „Madagaskar“ zum Beispiel oder dem Angsthasen Grautvornix in „Asterix und die Wikinger“. Für Smudo „eine Traumrolle“. Und 2008 gab er dem Gaststar Snoop Dogg in einer Episode der US-Serie „Monk“ die deutsche Stimme.

tweet

Seine Leidenschaft ist der Motorsport. Seit 2007 fährt er für das Rennteam Four Motors mit einem als Bio-Concept-Car bezeichneten Rennwagen. Seit 2009 startet er mit einem neuen BC Mégane Trophy. Aber das ist Michael B. Schmidt noch nicht genug: Er ist außerdem im Besitz einer Fluglizenz und eines Flugzeuges – einer viersitzigen Beechcraft Bonanza, die er vor allem bei Wolken und Wind gerne fliegt.

Bleibt noch Twitter, wo @lesmoureals auf Tour, bei geschäftlichen Reisen, Presseterminen und bei Rennen immer wieder Kurznachrichten und Fotos postet. Und tatsächlich auch ein paar Einblicke in sein Leben hinter den Kulissen gewährt: Hier isst er ein Marmeladenknäckebrot, hier ist er oben ohne vorm Rasieren zu sehen, hier macht er Rühreier.

tweet2

Auf Twitter antwortert er Followern, er kommuniziert mit seinen Fans. Und immer wieder tauchen auf Twitter auch seine drei „Mädchen“ auf. Wer das ist? Nun, Smudo lebt in Hamburg, hat seine langjährige Freundin Esther geheiratet, Mädchen Nummer eins, und ist Vater von, genau, zwei weiteren Mädchen. Tochter Amy (geb. 2007) und Töchterchen Olga (geb. 2010).

haende

Sein Vaterglück teilt er ganz gerne mit: Zum Beispiel beim Händchenhalten, beim Kükenübergeben oder Verstecken spielen. Wenn er Fotos von seiner Familie postet, scheint er allerdings immer darauf zu achten, dass dort keine Gesichter zu erkennen sind.

All das zeigt: Bestimmt ist das Netz für den Künstler Smudo eine Bühne – aber Smudo niemand, der sich dort perfekt inszenieren würde. Er tut wahrscheinlich, was er auf Bühnen immer tut: Er gibt sich, wie er ist.

MT

(Fotos: Alexander Gnädinger / Die Fantastischen Vier – Presselounge, Smudos Twitterfotostream)

6 Gedanken zu “Das Internet als Bühne? Unter @lesmoureal offenbart sich Smudo von den @fantastische4

  1. Pingback: 140z.de
  2. Pingback: Jakob Struller
  3. Pingback: josephine pabst
  4. Pingback: 140z.de

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *