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Mario @Sixtus ist permanent im Netz. Und was macht der „TV- und Video-Fuzzi“ sonst so?

Kategorien: googleportrait


Mario Sixtus ist der Vierte, den wir in unserer Reihe “googleportraits” portraitieren – anhand der öffentlichen Infos, die wir im Netz über ihn gefunden haben. Zuvor waren schon Stefan Keuchel, Sascha Lobo und MdB Patrick Kurth an der Reihe


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Foto: Julius Endert / Mario Sixtus auf flickr, CC-Lizenz

Mario Sixtus. So kennen ihn viele: Als den „baumlangen“ Elektrischen Reporter, der im Auftrag des Handelsblatts seit 2006 zahlreiche berühmte Menschen des Web 2.0 interviewt hat. Groß und schlank, Brille, kurze dunkle Haare, Anzug, schwarz oder braun, ausnahmsweise darf der auch mal weiß sein, dazu Hemd, aber keine Krawatte. Ein bisschen retro sieht er aus, und das möchte er wohl auch. Er gehört zu denjenigen, die guten Gewissens von sich behaupten können, online zu leben. Omnipräsent in allen erdenklichen Netzwerken verbringt er einen Großteil seines Lebens im Web. Dass er zwölf Stunden am Stück nicht twittert, rettwittert, bei Facebook seinen Status ändert oder sonst irgendwo im Netz auf sich aufmerksam macht, ist eine Seltenheit. Aber wer ist das eigentlich, dieser @sixtus?

Vielleicht beginnt man am besten dort, wo es auch bei ihm begonnen hat: Ausnahmsweise nicht im Internet, sondern in Ratingen, und zwar am 6. März 1965. Über die Anfänge seines Lebens gibt sich der “Journalist, Autor, TV- und Video-Fuzzi” allerdings ungewöhnlich schweigsam.

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Screenshot, Quelle: sixtus.cc

Sie seien “nonlinear” gewesen und hätten abseits offizieller Bildungsinsitutionen stattgefunden, sagt er.

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via sixtus.cc

In Düsseldorf versuchte sich Sixtus als Musiker bei verschiedenen Wave- und Elektronikbands, beispielsweise bei der Gruppe “TILT“. Heute tauchen seine Ausflüge aus dieser Zeit bestenfalls als “Netzfundstücke” in seinem Blog auf.

ausbildung

Anfang der 90er Jahre entdeckte er seine Affinität zum Internet und begann schließlich, für den Online-Dienst BTX (Bildschirmtext) tätig zu werden. Es folgten Web-Designs für große Konzerne und Beiträge über Internet-Phänomene für Zeitungen und Zeitschriften. Seltsamerweise beginnt Sixtus’ Wikipediaeintrag erst an dieser Stelle seiner Laufbahn. Auch sein Xing-Eintrag führt unter der Rubrik “Ausbildung” lediglich “Sprachen: Deutsch und Englisch” an. Warum? Spricht der Elektrische Reporter etwa nicht gerne darüber, was er vor seiner Internetära noch versucht hat?

Zumindest war Sixtus bisher recht fleißig. Google liefert 183.000 Ergebnisse, wenn man seinen Namen sucht. Bei Twitter hat er deutlich mehr als 8.000 Tweets abgesetzt und über 24.700 Follower. Bei Facebook zählt er über 2.200 Freunde.

Sixtus liebt seinen Job: Er nennt das die “Freiheit als Freier”. Besonders die “Arbeitszeiten” sind genau nach seinem Geschmack: Er arbeitet häufig bis tief in die Nacht und schläft dann am nächsten Tag dementsprechend lange. Außerdem ist er nicht gebunden, hat keine Abgabefristen, behauptet er zumindest im Chat-Interview. Und er hasst Meetings und Konferenzen, denn das sind “Zeitfresser“. Wenn ein Film fertig ist, dann stellt er ihn online. So einfach ist das.

Besonders auskunftsfreudig zeigt sich Sixtus, wenn es um seine aktuelle Tätigkeit geht. Er ist “geschäftsführender Autor” einer Firma, den Blinkenlichten Produktionen. Dort produziert und schreibt er fleißig Kurzfilme unter anderem für das ZDF, meist zu Internetthemen. Für den Elektrischen Reporter hat er auch mal den Grimmepreis erhalten.

Als Elektrischer Reporter muss Sixtus auch häufig ins Ausland. Sofort teilt er dann über Foursquare mit, dass er sich auf dem Flughafen aufhält. Kürzlich flog Sixtus etwa nach Toronto, Denver und Boston, um einen kritischen Beitrag über Apple zu recherchieren.

Und wen es interessiert, der kann sich auf Sixtus Homepage informieren, wo er überall schon gewesen ist:

Twitter-Follower und Facebook-Freunde kommen dann in den Genuss, sich die Fotos anzuschauen, die Sixtus unterwegs mit seiner Leica Camera M9 geschossen hat. Gefühlt jedes zehnte Foto zeigt den Künstler selbst.

Aber: Sixtus’ Bilder haben etwas Besonderes. Sie langweilen nicht, sondern erzählen häufig eigene Geschichten.

Doch wer ist nun der Mensch hinter der Kamera? Nicht die Marke Sixtus, die sich gemeinsam mit Sascha Lobo Satiren bei 3sat zeigte, sondern der private Mensch? Er raucht gern und häufig, soviel scheint sicher. Sein Desktophintergrund sieht so aus. Er ist Atheist und vertritt eine politisch liberale Haltung, mit der er sich auch mal über Gott lustig macht (zumindest über Karel Gott).

Er wohnt in Düsseldorf. Er glaubt fest an die Zukunft von elektronischen Medien und verbringt viel Zeit vor Bildschirmen. Er mag offenbar Ironie, zuweilen auch Sarkasmus.

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Tweet-Shot, Quelle: Twitter

Und sonst? Das ist alles, was seine Kunden und Fans wissen müssen. Nicht mehr und nicht weniger. Alles andere ist privat und hat im Internet anscheinend nichts zu suchen.

22 Kommentare zu “Mario @Sixtus ist permanent im Netz. Und was macht der „TV- und Video-Fuzzi“ sonst so?”

  1. 140z.de sagt:

    Mario @Sixtus ist permanent im Netz. Und was macht der „TV- und Video-Fuzzi“ sonst so? http://bit.ly/fPQn8q

  2. Dirk Jacobs sagt:

    RT @sixtus: Da hat mich jemand gegoogelt: http://140z.de/2011/sixtus/

  3. goon sagt:

    Echt guter Artikel und nur über google RT @sixtus Da hat mich jemand gegoogelt: http://140z.de/2011/sixtus/

  4. RT @sixtus: Da hat mich jemand gegoogelt: http://140z.de/2011/sixtus/

  5. weezerle sagt:

    RT @sixtus: Da hat mich jemand gegoogelt: http://140z.de/2011/sixtus/

  6. Alex sagt:

    Wow, dann hast du es wohl wirklich geschafft, nur die Daten zu veröffentlichen, die die Allgemeinheit auch wirklich was angehen.

    Ist ja alles andere als selbstverständlich, vielleicht auch gar nicht so einfach, heute wo man überall verlinkt wird :)

  7. Stephanie S. sagt:

    “@sixtus: Da hat mich jemand gegoogelt: http://140z.de/2011/sixtus/” 6.3. #ftw, ich nämlich auch :-)

  8. Markus sagt:

    RT @sixtus: Da hat mich jemand gegoogelt: http://140z.de/2011/sixtus/

  9. RT @sixtus: Da hat mich jemand gegoogelt: http://140z.de/2011/sixtus/

  10. RT @Sixtus Da hat mich jemand gegoogelt: http://140z.de/2011/sixtus/

  11. UE_trainer sagt:

    RT @sixtus: Da hat mich jemand gegoogelt: http://140z.de/2011/sixtus/

  12. Wir warn's :) RT @sixtus Da hat mich jemand gegoogelt: http://t.co/fOTkiEc

  13. Stefan ☮ sagt:

    RT @sixtus: Da hat mich jemand gegoogelt: http://140z.de/2011/sixtus/

  14. RT @sixtus: Da hat mich jemand gegoogelt: http://140z.de/2011/sixtus/

  15. Tina Kulow sagt:

    gern das ergebnis gelesen – RT @sixtus: Da hat mich jemand gegoogelt: http://140z.de/2011/sixtus/

  16. willaba sagt:

    RT @sixtus: Da hat mich jemand gegoogelt: http://140z.de/2011/sixtus/

  17. Andreas sagt:

    .@jakobstruller Da du hier http://cl.ly/4n09 schon so nett über Herrn @sixtus geschrieben hast, wäre evtl das http://cl.ly/4nOH was für dich

  18. @ndCooper Hey der Text über @sixtus auf http://140z.de/2011/sixtus/ ist von mir ;-) Aber das Jobangebot klingt echt interessant.Lg Josephine

  19. Andreas sagt:

    Da hörst du's @sixtus, die @Josephine_Pabst war's, nicht der @JakobStruller: http://t.co/aunmgFh ;)

  20. Ganz toller Beitrag! Ich freue mich auf weitere Posts zu dem Thema.

  21. Mark sagt:

    Und er ist so präsent, dass sogar jemand Google AdWords auf ihn schaltet :-)

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