Kreativer Weltenbummler – @se7enben unterwegs mit Kamera und Kaffee

Der neue Jahrgang der Kölner Journalistenschule porträtiert kuriose, lustige und interessante Personen aus der deutschen Twitter-Sphäre. In der elften Folge schreibt Lina Liu heute über Benjamin Hanelt alias @se7enben.

Vielleicht will er einfach gerne weg. Raus aus seiner Heimat. Zumindest sein Twitter-Profil zeugt von einem gewissen Fernweh. Sein Aufenthaltsort liegt zwischen „Mars, Saturn, manchmal Mond“, auf seinem Profilbild trägt er einen Astronautenanzug. Die Realität ist wesentlich unspektakulärer.

Hinter @se7enben verbirgt sich Benjamin Hanelt, 32 Jahre alt, Spitzname Ben. Er kommt aus einer Stadt in Niedersachsen mit 60.000 Einwohnern, die scheinbar so langweilig ist wie sie klingt: Garbsen. Das Highlight der jüngeren Stadtgeschichte laut Wikipedia: 2008 wurde Kim-Valerie Voigt aus Garbsen deutsche Schönheitskönigin. Kein Wunder, dass jemand wie Hanelt sich bei dieser Tristesse ins All wünscht. Um seinem Wunsch ein Stückchen näher zu kommen, meldete er sich Anfang Mai bei Twitter an – und hebt seitdem zumindest dort ab.

Mehr als 3000 Tweets hat er seitdem ins Twitterversum geschickt und bislang schon über 2000 Follower angezogen. Er selbst bezeichnet seine Tweets als „Niveaulimbo und Weltraumschrott“. Viele seiner Nachrichten sind Anekdoten aus seinem Leben, humorvoll verpackt: „Notiz an mich: Bevor du den dicken Hintern deines Vordermanns an der Kasse fotografierst, unbedingt den LED-Blitz ausschalten.“ Aber manchmal gibt er auch kleine Alltagstipps: „Geschäftsidee: Wasser in Pulverform. Kein Geschleppe mehr mit Wasserkisten. Einfach Pulver mit Wasser anrühren, *taaadaa* Wasser!“

Seit Anfang November ist Hanelt verheiratet, und auffällig oft lässt er die Twittergemeinde an seinem Ehealltag teilhaben: „Meiner Frau zu erklären, dass ich keine Lust habe, den Müll runter zu bringen, ist schwieriger als Oma zu sagen, dass ich keinen Hunger mehr hab.“ Ob seine Gattin von Hanelts Twitter-Existenz weiß?

Sein Geld verdient Hanelt als Hochzeitsfotograf. Doch die Fotografie ist mehr als ein Beruf – sie ist seine Leidenschaft. Sein Bild „Fischerdorf“ siegte kürzlich sogar bei einem Fotowettbewerb. Durch Twitter hat er auch Bastian Staude kennengelernt, mit dem er eine Internetseite betreibt. Dort schreiben die beiden Reiseberichte mit vielen Fotos aus Afrika, Asien und Lateinamerika.

Egal, wohin seine Reise führt: Zwei Dinge sind immer dabei – seine Kamera und Kaffee. Ohne den kann er gar nicht. Ein Tag ohne Kaffee ist für ihn wie ein Tag ohne Sonne. Hoffentlich gibt es zwischen Mars, Saturn und Mond genug davon.

 

Best of Ben:

5 Gedanken zu “Kreativer Weltenbummler – @se7enben unterwegs mit Kamera und Kaffee

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