Ich mag diese Apple-User nicht. Aber plötzlich liegt da ein #iPad.

Wenn ich einen Laptop kaufe, dann sage ich zu dem Verkäufer: „Ich brauche so ein Standard-Ding“ und dann kriege ich ein solches. Ein Computer soll funktionieren, vor allem als Büro, ein paar Bilder bearbeiten, gut, auch noch ein Spielchen hier und da. Mehr Emotionen als ein bisschen Besitzerstolz verbinde ich nicht mit diesen leise surrenden Dingern. Toshiba, HP, Acer, Samsung, Dell – komme und funktioniere, was wolle. Friedliche Koexistenz der Modelle in der Uni, im Zug, in der WG.

Nur gegen diese Apple-Besitzer habe ich was.

Es fängt damit an, dass man direkt ein „User“ wird. Klar, irgendwie sehen die Modelle gut aus. Keine Frage. Aber die Suchtgefahr nach den Produkten mit diesem lächerlichen verrottenden Obst auf der Oberfläche ist immens. Im Bekanntenkreis konnte ich beobachten, wie auf den iPod irgendwann das iPhone folgte, die ersten iPads tauchten in den letzten Monaten auch noch auf. Zwischendrin schaffte man sich noch schnell ein Macbook an. „Damit kann man so gut Bilder bearbeiten und Layouts entwerfen“, sagen dann die Leute, die bei Fotos höchstens noch die roten Augen wegmachen. „Das läuft so schön stabil“, sagen die Leute, die ihren letzten Windows-Bluescreen vielleicht noch auf dem ersten Rechner im Kinderzimmer miterlebt haben.

Wer vorher Tee getrunken hat, klappt den Apple-Rechner jetzt im Starbucks auf und bestellt einen Iced Caramel Macchiato. Wer vorher Kontaktlinsen trug, bestellt eine Hornbrille. Wer keine Brille trug, bestellt eine Hornbrille. Wer ein Büro hatte, arbeitet jetzt im Co-Working-Space. Auf der Visitenkarte steht plötzlich was von Agentur, und wahrscheinlich ist alles kleingeschrieben.

Im digitalen Früher, also vor drei bis vier Jahren, liefen eben tatsächlich noch diese Designer und Art Director damit rum. Glaube ich zumindest. Heute wählen sie alle Apple. Apple ist wie die FDP vor der letzten Bundestagswahl: Erst wurde das Unternehmen nur belächelt und plötzlich sind alle verrückt danach. Aber eigentlich ist es nur was für reiche Leute, für Selbstständige und für ein paar ganz schräge Gestalten.

Ich pflege meine Vorurteile. Ich mag Apple nicht.

Und plötzlich ist da ein iPad.

Irgendwie landete es bei mir. Klar, ich hätte nein sagen können. Aber, so denke ich mir, während ich die Verpackung entferne: Den Feind muss man kennen. Und außerdem, es sieht schon ziemlich gut aus.

Ich und Apple. Schauen wir mal, was kommt.

 

6 Gedanken zu “Ich mag diese Apple-User nicht. Aber plötzlich liegt da ein #iPad.

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  3. Hallo Manuel,

    ich muss zugeben, etwas grinsen musste ich bei den Klischees rund um den Apple-Süchtigen.
    Schön auch die Blue-Screen Geschichte, da habe ich mich doch direkt drin wiedergefunden.

    Aber gleichzeitig kann ich dieses Battle nicht mehr ertragen! Immer dieses schwarz-weiß Denken. Echt ermündend, wenn einem die einen unterstellen nur des Designs wegen nen Mac zu besitzen weil der ja eh nur besser aussieht.
    Schön, dass du dir deswegen trotzdem den „Feind“ anschaust 😉

    Grüße an dich!
    Esther

  4. Lustig, das mit der Hornbrille triffts wirklich. Ich finde es aber aus einem anderen grund richtig, ans ipad & iPhone kritisch ranzugehn: apple verdient ordentlich über seinen app store, m.E. zu viel, und baut dort ziemlich viel marktmacht auf.
    Aber spielt das für endnutzer wie euch eine rolle – oder ist apple nur deswegen ein „feind“, weil die apple-user so hip sind bzw sein wollen?

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