Kurth 2.0: Im Internet vernetzen sich Politiker und Wähler. Vor allem Nachwuchs-Politiker ergreifen die Chance – wie @Patrick_Kurth

Patrick Kurth ist der zweite, den wir in unserer Reihe „googleportraits“ portraitieren – nur anhand der Infos, die wir im Netz über ihn gefunden haben. Zuvor war schon Sascha Lobo an der Reihe, der mit Kurth auf Twitter befreundet ist.


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Zugegeben, der Name Patrick Kurth taucht nicht jeden Tag in den Schlagzeilen auf. Auch nicht sein Internet-Auftritt „Kurth 2.0“ – obwohl sich dahinter das Beispiel einer neuen Generation von Politikern verbirgt, die das Internet mit offenen Armen empfängt.

Patrick Kurth ist 34 Jahre alt, Generalsekretär der FDP in Thüringen, Mitglied des deutschen Bundestags und gewappnet für das Medienzeitalter: „Netzwerk. Ob StudiVZ, MeinVZ, Facebook oder Twitter – vernetzen Sie sich mit einem Klick“, schreibt er in seinem Blog.

Mehr als 5500 Twitter-User haben genau das getan und ihm Platz 8 auf der Top-20 Liste der zwitschernden Politiker beschert. Zum Vergleich: Sucht man alte Hasen wie den rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Kurt Beck bei Google, bekommt man zwar 506 000 Ergebnisse und Patrick Kurth nur 104 000. Auf Twitter schaut Kurt Beck mit nur 2187 Followern jedoch ziemlich alt aus und landet auf Platz 17.

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Patrick Kurth ist vor allem in zwei Netzwerken aktiv:

In seinem Blog kommentiert er aktuelle Politik – natürlich stets aus liberaler Sicht und im Namen Thüringens. Dazu gibt es die ausführliche Karriere-Biographie: Abitur, 15 Monate Wehrdienst, Studium in Jena, Mitgründer der FDP-Zeitung in Thüringen… Nach dem Menschen dahinter muss man jedoch lange suchen. „Verlobt und stolzer Vater einer Tochter“ ist einer der wenigen Einblicke ins Private. Der Rest ist Politik, wie seine Reden aus dem Bundestag – gerne gespickt mit Stasi-Vorwürfen an seinen Lieblingsgegner, die Linke.

Twitter ist sein politisches Tagebuch. Am Ende erfährt man leider oft nicht viel mehr als Aufenthaltsort und Veranstaltung. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, diesmal gerne an seinen Zweit-Lieblingsgegner, die Anti-S21-Demonstranten gerichtet:

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Jeder kann ihn dort kontaktieren, kritisieren und Fragen stellen. Erleben wir hier den Beginn einer neuen, gelebten Demokratie? Überbrücken die vielen Verlinkungen die Kluft zwischen „denen da oben“ und „denen da unten“?
Auf Twitter scheint das noch nicht so recht zu funktionieren. Kurths Monolog wurde im Oktober nur drei Mal unterbrochen. So wie hier:

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Anders sieht es bei Abgeordnetenwatch aus. Da stellt sich Patrick Kurth den Fragen, wie dieser von Familie Gröbel aus seinem Wahlkreis: „Wie kann aus Ihrer Sicht die Wirtschaft im Kyffhäuserkreis gestärkt werden, sodass wieder mehr Arbeitsplätze entstehen können?“ Und Kurth antwortete. Zumindest früher. Inzwischen heißt es allerdings auf der Seite:

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Das Beispiel Kurth 2.0 zeigt: Auch wenn es Twitter und Co. wohl nicht schaffen den Einfluss der Wähler auf ihre Politiker völlig umzukrempeln, ein klein wenig näher könnten sich die beiden jedoch kommen. Vorausgesetzt, sie wagen den Schritt ins Netz – und zwar beide.

jg

14 Gedanken zu “Kurth 2.0: Im Internet vernetzen sich Politiker und Wähler. Vor allem Nachwuchs-Politiker ergreifen die Chance – wie @Patrick_Kurth

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