Privat, persönlich, öffentlich: Google-Pressesprecher @frischkopp und sein @wife2_0

Stefan Keuchel ist der Dritte, den wir in unserer Reihe „googleportraits“ portraitieren – nur anhand der öffentlichen Infos, die wir im Netz über ihn gefunden haben. Zuvor waren schon Sascha Lobo und MdB Patrick Kurth an der Reihe
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(Foto: Dank an Timo Heuer)

Frischkopp. Das ist Stefan Keuchel. 41 Jahre alt, geboren am 12. Mai 1969 in Hannover, wohnhaft in Hamburg. Zur Schule ging er in Bad Honnef. Ein PR-Volontariat machte er in Hamburg und ein PR- und Marketing-Studium in den USA. Seit 2004 ist er Pressesprecher von Google Deutschland. Und da wird es interessant.

Was Google Neues auf den Markt bringt, twittert Keuchel alias frischkopp tagtäglich. Schließlich gibt es viel zu entdecken: Google-Chrome, Google-Translator, Google-Street-View, Google-Fanartikel, Google hier, Google da.

Google blablabla.

Aber da ist noch mehr. Da sind diese kleinen Kommentare, die Einblick in frischkopps Privatleben geben. Da sind Fotos von Fußballspielen, Kindern, Konzerten, die zeigen, wann frischkopp wo und mit wem war. Zum Beispiel:

4. April 2010. Ostersonntag. Frischkopp freut sich. Der Osterhase hat ihm einen Gartenzwerg im HSV-Look gebracht.

27. April 2010. Die Kiste mit Panini WM-Stickern, die frischkopp bei ebay für 40 Euro ersteigert hat, ist angekommen. Frischkopps Abend ist gerettet.

Und da ist dieser wunderbare Twitter-Account von wife2.0 Wenn der Gatte bei Twitter ist, zwitschert auch die Frau fröhlich drauflos. Marit Keuchel ist nicht ganz so aktiv wie frischkopp, aber sie ergänzt ihn gut.

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Mit dem Pressesprecher von Google verheiratet zu sein, bedeutet temporäre Fernbeziehung. Frischkopp ist beruflich viel unterwegs. München. London. San Francisco. Wien. Hannover. Amsterdam. Düsseldorf. Heute hier, morgen dort. Wo er gerade genau ist, teilt Keuchel der Welt bei twitter mit. Über Fotos, die er bei twitpic veröffentlicht, gewährt er seinen Followern Einblick in seine Reisen. Man sieht Pancakes auf einem Teller, den Gang eines Flugzeugs und frishkopp vor der Golden Gate Bridge. Twitter ist für frischkopp das Tor zur Welt und die Verbindung nach Hause.

Privatsphäre adé. Wenn Frischkopp am 24. Oktober 2010 schreibt, dass er von San Francisco zurück in die Heimat fliegt und sich „auf’s wife2.0 und die kid’s“ freut, erreicht dieser Tweet nicht nur seine Familie. Mehr als 9000 Follower hat Keuchel inzwischen. Vor zwei Monaten waren es noch 8000. Und der Rest der Welt kann auch mitlesen, denn alle Tweets sind öffentlich.

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Tausende Menschen, die erfahren, dass Keuchel alternative Musik mag und häufig auf Konzerten ist. MandoDiao, Beatsteaks und The Specials hörte er sich auf dem Hurricane-Festival in Scheeßel an, Gentleman und Wir sind Helden in Hamburg. Was ungewöhnlich ist: Ein Konzert von David Garrett am 4. November 2010. Aber da war er schließlich auch mit wife2.0. „Spart euch die Häme“, twitterte frischkopp später.

Neben der Leidenschaft für Musik ist frischkopp ein ausgeprägter HSV-Fußballfan, Werder Bremen mag er nicht. Die Liebe zum Fußball teilt seine Familie. Sein 3-jähriges blondes Töchterchen Enie trägt auf einem Foto bei twitpic einen Body, den wife2.0 eigens kreiert hat. Auf ihrer Brust prangt: Scheiss Werder Bremen. Ehefrau Marit zieht übrigens auch alleine ins Fußballstadion. „Scheiß Emanzipation ;)“ twittert der babysittende Gatte2.0 dann sofort. „Aber vom Sofa aus macht Fussi gucken ja auch Spaß.“

So schwer sollte ihm das Babysitting nicht gefallen sein. Frischkopp liebt seine zwei Söhne und seine Tochter, bezeichnet sich selbst als „proudfather“. Zu sehen ist der Nachwuchs auf einem Bild bei twitpic, das am Vatertag dieses Jahres aufgenommen wurde.

Keuchel twittert zwar nicht über alle familiären Details. Fakt ist aber: Am 23. August 2008 heirateten Marit und Stefan Keuchel, wie man hier sehen kann. Mit der fast 3-jährigen Enie wohnen sie in Hamburg. Ansonsten bleibt es schwammig. Wife2.0 zwitschert manchmal etwas von einer „Patchwork-Familie“ oder schreibt, dass der Gatte2.0 „mit seinem Sohnemann bei Peter Fox war“. Ab und zu twittert frischkopp über Vater-Sohn-Aktivitäten und Vatergefühle.

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Und wenn es nicht der Sohnemann ist, dann steht Tochter Enie im Blickpunkt von Twitter. Das Töchterchen geht zum Kindergottesdienst in der St. Pauli Kirche in Hamburg. Das Töchterchen bekommt von der Schnullerfee ein Laufrad geschenkt. Das Töchterchen geht an Halloween zu den Nachbarn, um Süßigkeiten zu schnorren. Alles Tweets vom glücklichen Papa. An seine mehr als 8000 Follower.

Trotzdem sagt er: „Ich twittere bewusst nicht nur über Google, sondern versuche eine Balance zu finden zwischen beruflichen und persönlichen Dingen. Intime Dinge poste ich dort nicht. Die Devise: persönlich, aber nicht privat.“


Zehn Dinge, die es nicht ins Porträt geschafft haben, die die Welt aber schon immer mal über Stefan Keuchel wissen wollte:

• Über den HSV-Gartenzwerg zu Ostern hat sich frischkopp gefreut, doch dreitägiger Besuch über Ostern ist auf Dauer anstrengend.

• Die Leidenschaft seiner Frau, Tupperpartys zu veranstalten, teilt frischkopp nicht. Unterstützen tut er sie trotzdem. 16. September 2010: „Meine Frau lässt fragen, ob jemand von Euch was von Tupper haben möchte :-)“

• Frischkopp fährt gerne schnell. Bei twitpic sieht man ein Bild, auf dem er beim Autofahren geblitzt wurde. Erlaubte Geschwindigkeit: 100 Stundenkilometer, gemessene Geschwindigkeit: 137 Stundenkilometer, Autokennzeichen: HH – SV – 5212

• Wenn frischkopp nur noch einen Tag zu leben hätte, würde er ihn nach Möglichkeit mit seiner Familie und guten Freunden verbringen. Und am Ende des Tages wahrscheinlich betrunken sein.

• Frischkopps Trauminsel ist Sardinien. Da hat er diesen Sommer Urlaub gemacht (und mal ein paar Tage nicht getwittert!)

• Auch im Urlaub trägt frischkopp Kleidung mit dem Google-Logo.

• Geheiratet hat frischkopp traditionell im schwarzen Anzug. Posiert für das Hochzeitsfoto wurde unter Stahlpalmen im Hamburger Hafen.

• Facebook benutzt Keuchel hauptsächlich privat. Er nimmt dort nur Freundschaftsanfragen von Leuten an, die er auch im richtigen Leben kennt.

• Seinen 41. Geburtstag hat frischkopp in Barcelona verbracht – mit 7 Kumpeln.

• Das wife2.0 nennt frischkopps Blackberry den „Terroristen.“ Bei Familienunternehmungen bleibt er aber in der Tasche.

Immer noch nicht genug vom frischkopp? Auf http://www.formspring.me/frischkopp kann jeder, der möchte, eine x-beliebige Frage an frischkopp stellen – und auf eine Antwort hoffen.

6 Gedanken zu “Privat, persönlich, öffentlich: Google-Pressesprecher @frischkopp und sein @wife2_0

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  3. Hallo Zusammen,
    habe gerade mit großem Interesse Euer Porträt über mich gelesen. Respekt. Ihr habt Euch wirkliche eine Menge Arbeit gemacht. Hätte gar nicht gedacht, dass mein Leben so interessant für jemanden sein könnte :-) Ihr lasst offen, ob Ihr mein „persönlich öffentliches Leben“ nun schlimm findet. Das würde mich natürlich interessieren. Wenn Ihr Lust habt, meldet Euch. Stehe gern für Fragen zur Verfügung.
    Beste Grüße aus HH,
    Stefan

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  5. Respekt für die Mühe, das Konzept finde ich hochinteressant. Schöne Idee mit dem googleporträt.
    Schade nur bei dem Text, dass ihr mit dem uninteressanten Teil einsteigt. Und sogar reinschreibt, dass der Einstieg langweilig ist.
    Gefällt mir dennoch gut.

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